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Am 2. Juli . 423
Körpers, und sein gefälliges, einnehmendes Wesen noch empsehlungs:
würdiger machten.
Otto empfing in Polen die geistlichen Wcihungen. Im Jahre
1084 starb Judith, die Gemahlin des Herzogs Wladislaus. Als
über die zweite Vermählung berathschlagt wurde, lenkte Otto die
Aufmerksamkeit des Herzogs und der Großen des Reiches auf So-
phien, die Schwester Kaiser Heinrichs IV., die mit dem ungarischen
Könige Salomon verehelicht gewesen, und jetzt Wittwe war; und
alsbald erhielt er selbst die ehrenvolle Sendung an den kaiserlichen
Hof, um dic Hand der Sophia bei dem Kaiser zu werben. Die
Vermahlung ging bald darauf wirklich vor sich. Otto's große Vor?
züge wurden von dem Kaiser nicht übersehen. Heinrich wünschte
den ausgezeichneten Mann bei sich zu haben, und bat daher den
Herzog Wladislaus und seine Schwester Sophia, denselben ihm zu
überlassen. Diese thaten es, obgleich sehr ungern; und so kam Otto
an den kaiserlichen Hof. Heinrich machte ihn anfanglich zu seinem
Hofkaplan, und darauf zum Kanzler. Beide Aemter verwaltete Otto
auf dic rühmlichste Weise. Die höchste Zufriedenheit des Kaisers
erlangte er durch kluge Leitung und Vollendung des Baues der
herrlichen Domkirchc zu Spcicr.
Am 11. Juli 1102 starb Rupcrt, der Bischof zu Bamberg.
Nach sechs Monaten ernannte der Kaiser zu dessen Nachfolger den
Otto, der schon zweimal aus Demuth die bischöfliche Würde ausgc-
schlagen hatte. Auch dießmal warf er sich dem Kaiser zu Füßen,
und sichte unter Thränen, daß ein Mann, der würdiger sey, und
mehr Verdienste habe, als er, auf den bischöflichen Stuhl zu Bam-
berg erhoben werde. Da aber der Kaiser auf seiner Ernennung be:
stand, glaubte er nachgeben zu muffen. Er willigte daher in seine
Erhebung; machte aber bei sich selbst das Gelübde, die bischöfliche
Weihe nicht zu empfangen, bevor er von dem kirchlichen Oberhaupte
die Bestätigung erhalten habe, und wenn er sie nicht erlangen sollte,
seiner Würde zu entsagen, denn er hielt die Einsetzung der Bi-
schöfe für einen ungebührlichen Eingriff des Kaisers in die kirchlichen
Rechte.
Der Ruhm eines so musterhaften Bischofes verbreitete sich in
die Ferne, und gelangte ^uch an den Hof des polnischen Herzogs
Boleslauö, eines Sohnes des Wladislaus, an deffen Hofe Otto
früher in so großer Hochschätzung stand. Nachdem Bolcslaus Pom-
mern erobert hatte, wollte er die Einwohner dieser Provinz, die
»och dem Hcidenthume fröhnten, mit der christlichen Religion be-
glücken. Zu diesem gottseligen, aber schweren Werke schien ihm Nie-
mand tauglicher, als Otto; er bat ihn deßhalb inständig, demselben
sich zu unterziehen. Der eifrige Bischof erkannte in diesem Rufe
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen