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»2l Der heilige Otto, Bischof ^i Bmnbcrq :c.
einen Wink des Hinnnelb, und pvies Gott, daß er >>m eines sol-
chen Werkes würdige. Nachdem er sich mit seiner Geistlichkeit In^
über berathschlagt, die Sendung und den Segen des Papstes Lalli-
stus zur Bekehrung der Pommern erhalten, und endlicb auch die
Einstimmung des Kaisers erlangt batle, schickte er sich zur avostoli-
schcn Reise an. Einige seiner Freunde sagte» il),n, das, die Alinen
vei Pommerns Bewohne» in großer Veracluung stehen. Er versah
deßwegen sich und seine Gefährte» , zu denen er die bc>va!,nes!^>
Priester seiner Kirche auswählte, »ichi blo0 nnt der Nolhdurft, so»-
der» auch mit Ucbersiuß, insbesondere mit reiche» Gefthenken für die
Fürsten des Landes, auf daß es den >'ldgolterern einhackten möge,
das; er nicht ihre Unterstützung, sondern nur das Heil ihrer Seelen'
suche. Im Jahre l l2,'» am 24. April trat er die Reist, bl'glene!
von unzähligen thräne» seiner cbnstlichcn Heerde, die den ^eli.'ble,,
Hirten mit großer Trauer von si^ enll,l'>i, und von de» deißeste»
Segenswünschen, -wirklich an, und kam durch Böhmen nach l^nesen,
der Hauptstadt Polens, wo er mil den grös.ren Ehrenbezeugungen
empsange» wurde. Sieben Tage vernxilte er in Gnesen, und setzte
dann mit seine» bibherigen Begleitern und einige» Ander», die der
Herzog ihm beigesellte, die, Reise fort, bis er am sechsten Tage den
Gränzstuß zwischen Polen und Pommern err^äne. Pommerns Her-
zog hatte von seiner Ankunft Kunde erlialten, und befand sich mit
fünfzig Begleitern am jenseitigen Ufer des Flusses. Otto übersetzte
den Fluß, und ward von dem Herzoge, der ein (ihrist war, aber
das christliche Bekenntniß, aus Furcht vor seinen heidnischen Unler-
thancn, bis daher geheim gehalten hatte, mit unausspn'ä'li^er Freude
empfangen. Die apostolischen Manner fingen nun im Namen Gott
tcs das Bckchrungsgeschäft an, und setzten es fort, zwar unter gro-
ßen Beschwerden, aber mit dem erfreulichsten Erfolge. Ein großer
Theil der Bewohner des Landes nahm das Christenthum an, und
die wilden zügellosen Menschen wurden sanftmüthige und wohlgesit:
tete Bekenncr des Evangeliums. Das erste Bcthhaus — weil eine
Kirche gleich Anfangs nicht erbaut werden tonnte — wurde errichtet
in Piritz, der Hauptstadt der Provinz, und bei demselben ein Prie-
ster zur Fortsetzung des christlichen Unterrichtes und zur Feier der
heiligen Geheimnisse bestallt. Ein ganzes Jahr hatte er der aposto-
lischen Sendung gewidmet. Bei seiner Abreise strömten unzählige
von den Neubekehrten herbei, zeigten große Betrübniß über seinen
Verlust, und erflehten seinen Segen.
Die Bambergcr feierten die Zurückkunft ihres hochvereinten
Bischofes mit großem Jubel, Gott lobend, daß er denselben mit so
glänzenden Früchten seines apostolischen Eifers begnadiget, und mit-
ten unter einem rohen, heidnische» Wolke unverletzt erhalten hatte.
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen