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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
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4Z2 Der heilige Bernardus, Abt zu Clairvaux. zärtlichsten Worten, im Namen Jesu ausscharren, und crweiclne durch sein unablässiges und inbrünstiges Gebeth das göttlicke her;, welches dieser demüthigen Armuth oft auf wunderbare zu Hilfe kam. Denn damals schon empfing der große Wunderthä- ter den Anfang der Wundelgade, die sein Jahrhundert so sehr ver- herrlichte. Als einst das Salz gänzlich mangelte, rief der heilige Abt seinen Bruder Gilbert, und sprach zu ihm: „Mein Sohn! nimm unser Lastthicr, ziehe damit auf den Wochenmarkt, und raufe uns Salz." Gilbert fragte: „Wo ist das Geld dazu?" Darauf antwortete Bernard: .,Lange schon habe ich kein Geld gesehen; denn derjenige, dem wir unsere Habe und Schaye anvertraut haben, hat sie im Himmel aufgehoben." Der Bruder lächelte und sprach: „Gehe ich leer aus, so kehre ich leer heim!" Der Heilige aber er- wiederte: „Fürchte dich nicht, mein Sohn! und geh in Jesu Na- men." Gilbert empfing den Segen des heiligen Abtes, nahm das Lastthier, und ging kopfschüttelnd und sehr ungläubig nach dem nächsten Marktflecken. Als er in dessen Nähe kam, begegnete ihm ein Priester, der ihn grüßte, und um den Zweck seiner Reise be- fragte. Gilbert erklärte ihm die große Noth. Der Priester ward gerührt, berief ihn in sein Haus, und schenkte ihm einen halben Scheffel Salz und einiges Geld. Der staunende Gilbert pries Gott aus ganzem Herzen, und erzählte dem Gottesmanne Bernard freu: dig, was ihm begegnet war. Dieser aber sprach: „Ich sage dir, mein Sohn! keines Dinges bedarf der Mensch so sel>r, als des Glaubens. Glaube du dem Worte des Herrn, und es wird dir wohl gehen alle Tage des Lebens." Auf ähnliche, und wohl noch auf wunderbarere Weise ward der Noth oft durch das Gebeth des Heiligen abgeholfen, sowie Gott auch durch andere Wunder seinen Diener verherrlichte. Sein Oheim Galdrich, und sein Bruder Guido machten ihm Vorwürfe, daß er es wage, Gott zu versuchen. Er ertrug demüthig die Vorwürfe, und antwortete einmal nur mit kur- zen Worten: „Es ist Gott ein Leichtes, Dinge zu wirken, die ihr schwer glaubet." Bernards Ruhm verbreitete sich durch die vielen Wunder, welche Gott durch ihn wirkte, mit jedem Tage weiter, und die einsame Wüste ward immer mehr mit Menschen erfüllt, die den heiligen Abt zu sehen und zu sprechen verlangten; und so bereitete ihn der Herr täglich zu den großen Werken vor, die er durch ihn wirken wollte; denn er fand oft Gelegenheit, von Gott und Gegenständen des Heils zu sprechen, welche Reden von unglaublicher Wirkung waren, und dem Himmel unzählige Seelen gewannen. Dadurch gewöhnte er sich allmählig an den anmulhigen Vortrag im Predigen, wodurch er späterhin Aller Herzen lenkte.
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Titel
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Untertitel
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Band
2
Autor
Anton Mätzler
Verlag
Landshut Verlag
Ort
Wien
Datum
1840
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.8 x 16.9 cm
Seiten
982
Schlagwörter
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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