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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
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436 Der heilige Bernardus, Abt zu Clairvaux. der, und nach ihnen wurde Bcrnard von Pisa, ein Jünger des hei- ligen Bernard, den er zum Abte des Klosters zum heiligen Anasta- sius bei Rom ernannt hatte, einstimmig, unter dem Namen Euge- nius I I I . , zum Nachfolger erwählt. Der heilige Abt zitterte für die Jugend und Uncrfahrcnhcit eines Mannes, der blos an das ein- fache Leben eines Mönches gewöhnt war, und schrieb einen Brief an die Cardinäle, worin er sich hierüber bitter beklagt, einer solchen Wahl wegen sie tadelt, und endlich bittet, demjenigen, den sie er- wählt hatten, nun durch treuen Rath beizustehen. Dem neuen Papste schrieb er einen, für alle Zeiten denkwürdigen Brief, worin er ihm ftinc Verwunderung und Freude, zugleich aber auch sein Beileid be- zeugt, und ihn auf väterliche und zärtliche Weise ermuntert, und zu den großen Tugenden seines neuen Standes ermahnt. Eugen hatte diese väterliche Ermahnung beständig vor Augen und regierte die Kirche mit seltener Seelcngröße. Nur aus Gehorsam gegen den Papst und gegen seine eigenen Ansichten predigte der heilige Bernard in Frankreich, in der Schweiz und in Deutschland mit unerhörtem Erfolge den Kreuzzug, den Lud- wig der König von Frankreich beschlossen hatte. Hochcrstaunliche Wunder, die unwidersvrcchlich bezeugt sind, beurkundeten seine Sen- dung. Diese letzten sehr angestrengten Reisen und Arbeiten brachten den heiligen Bernard bald dahin, daß er das Krankenbett sel- ten mehr verließ. Deß ungeachtet mußte er noch eine Sen- dung gegen verschiedene Irrlehrer unternehmen, die, wie alle frü- hern , von vielen Wundern begleitet, mit dem herrlichsten Erfolge gekrönt wurde. Das letzte öffentliche Werk des heiligen Abtes war die Herstel- lung des Friedens zwischen den Bewohnern von Metz, und einigen benachbarten Fürsten. Nun nahm seine Entkräftung von Tag zu Tag mehr überHand, und in freudiger Ruhe sah er seiner Auflösung entgegen. Der Abschied, den er von seinen innigst geliebten Kin- dern nahm, die ohne Unterlaß um ihn weinten, war so rührend, seine Vaterlicbe so zärtlich, seine Bitten, Ermahnungen, und die letzten Stunden seines Lebens so lehrreich, daß sie nicht beschrieben werden können. Mit Thränen in den Augen bat er die weinenden i Jünger, seine Auflösung nicht länger auszuhalten, und verhieß ihnen . in heiliger Zuversicht seine Liebe auch nach dem Tode. Er starb ' im Jahre 115Z. Der Allmächtige, der ihn bei seinen Lebzeiten be- , reits so sehr verherrlichet hatte, verherrlichte ihn auch nach dem '. Tode, weßwegen er auch zwanzig Jahre nach demselben in die Zahl , der Heiligen feierlich eingeschrieben ward. — „O die Liebe! sie ist eine gute Mutter, ist immer Mutter, sie i mag die Schwächern heben und legen, oder die Heranwachsenden ^ j
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Titel
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Untertitel
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Band
2
Autor
Anton Mätzler
Verlag
Landshut Verlag
Ort
Wien
Datum
1840
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.8 x 16.9 cm
Seiten
982
Schlagwörter
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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