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438 Der heilige Eberhard, Erzbischof zu Salzburg
auf diese Weise im Chöre der Domherren nicht erscheinen dürfte, in
Begleitung eines geistlichen Aufsehers nach Paris.
Die Geschichte sagt nicht, wie lange Eberhard in Frankreich
verweilt habe; wohl aber, daß er reicher an Kenntnissen und an
Tugenden nach Bamberg zurück gekommen, und hernach auch einige
Zeit bei seinen Eltern gewesen sey. Sein Verlangen nach dem ein:
samen Klostcrleben ward immer heftiger, und auf dringcnocs Anhal-
ten erhielt er endlich von Otto, dcm Bischöfe zu Banchcrg, die Ein-
willigung, in das Kloster zu gehen, welches dieser fromme Oberhirt
vor kurzer Zeit zu Prüfening bei Regensburg errichtet hatte. Er
ging um das Jahr 1125 dahin, und ward bald ein Spiegel klö-
sterlicher Tugend.
Eberhards gottselige Geschwister Conrad, Erbo und Vertha
erbauten, ermuntert und geleitet von dem Bischöfe Otto, und wohl
auch von ihrem frommen Bruder, ein Kloster zu Biburg, zwischen
Ingolstadt und Regcnsburg, welches im Jahre 1133 vollendtt
wurde. Eberhard wurde demselben als erster Abt vorgesetzt; aber
so ganz wider seinen Willen, daß er erst nach fünf Jahren bewogen
werden konnte, die feierliche Einsegnung zu empfangen. Er empfing
sie im Jahre 1138 von dem Papste Innocenz I I . zu Rom, wohin
er mit Eberhard, dcm nachherigen Bischof zu Bambcrg, gcreiset
war. Er unternahm später eine zweite Reise nach Rom. Auf dcm
apenninischen Gebirge traf er auf offener Straße eine Weibsperson
an, die, von Hunger und Krankheit gequält, hilflos da lag, und
einem martcrvollcn Tode entgegen sah. Er stieg, als ein wahrer
Samaritan, von seinem Lastthiere, lud die Kranke darauf, und folgte,
wie ein Knecht, zu Fuße nach, bis das Gcbirg zurück gelegt war,
worauf er sie, reichlich beschenkt, entließ.
Im Jahre 1147 starb Conrad, der Erzbischof von Salzburg,
Der Abt Eberhard, dessen Ruhm allgemein verbreitet war, wurde
auf den erzbischöflichcn Stuhl erhoben. Vergebens suchte er diesem
Rufe durch die Flucht sich zu entziehen. Er mußte demselben fol-
gen. Ebbo, sein vertrautester Freund, hatte ihm dieses Ereigniß,
und die schweren Kämpfe, die ihn als Erzbischof treffen würden,
vorhergcsagt, und ihn erinnert, standhaft zu seyn in den Stürmen,
die gegen das Schifflein Pctri tobten. Was der Abt war, das war
auch der bischöfliche Oberhirt: ein glänzendes Vorbild der Frömmig-
keit und Gottesfurcht, der Leutseligkeit und Demuth, der Wohlthä-
tigkeit und der erbarmenden Liebe, der Berufstreue, und des glü-
henden Eifers für Gottes Ehre, und für das Heil der Mit-
menschen.
Kaiser Friedrich, der Rothbart, war in großen Zwist gcrathln
m,t dcm Papst Alexander I I I . Auf Antrieb des Elstern wurde dem
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen