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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
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440 Der heilige Thomas, Erzbischof zu Cantcrburi :c. linge, genoß Thomas gern die Ergötzlichkeiten mit Jagd und Vo- gelfang, blieb aber dabei ferne von aller sündhaften Ausschweifung, bewahrte sorgfaltig die Unschuld seines Herzens, und bewies sich fortwährend sehr fromm und gottcsfürchtig; insbesondere hegte er eine zärtliche Verehrung gegen die göttliche Mutter. Dcr frühe Tod seiner Eltern hätte ihn in die hilfloseste Lage versetzt, wenn nicht Richerius mit großer Güte sich seiner angenommen hatte. Einst sah er, als er mit Richerius auf der Jagd war, einen Habicht aus eine Aente hernicdcrstürtzen. Er wollte dem verfolgten Thiere zu Hilfe kommen, wagte sich aber in seinem hastigen Eifer zu weit in's Waffer, das ihn mit sich fortriß, bis an ein Mühlrad, welches, wie durch ein Wunder, plötzlich gestellt ward, worauf er unverletzt aus dem Waffer herausgezogen wurde. Nicht lange nach diesem Vorfalle kam er zu einem reichen Anverwandten, bei dem er drei Jahre lang blieb, und ihn in Verwaltung seiner Geschäfte un- terstützte. Die Gcschicklichkeit, die er da bewies, seine große Recht- schaffenhcit, sowie sein einnehmendes Betragen mag die Veranlassung gewesen seyn, daß er dem Thcobald, Erzbischof von Lanterburi, der früher mit seinem Vater im innigsten Freundschaftsverhältnisse gelebt hatte, bekannt und empfohlen wurde. Dieser nahm ihn zu sich, überzeugte sich bald von seinen ausgezeichneten Eigenschaften, schenkte ihm großes Vertrauen, und bediente sich seiner in den wichtigsten Geschäften, zumal auch zu Sendungen nach Rom, bei deren einer er längere Zeit zu Bononien verweilte, und der Rechttzkundc sich widmete. Roger, der Archidiakon, beneidete ihn um die Gunst des Erzbischofs, verfolgte ihn, und bestrebte sich, durch niederträchtige Verleumdung ihn zu entfernen. Thomas erduldete dieses Alles mit Gelassenheit, und beciscrte sich nur desto mehr, sich des Vertrauens, das der Erzbischof auf ihn setzte, würdig zu machen. Roger ward bald hernach auf den bischöflichen Stuhl zu York erhoben, und Tho- mas an dessen Stelle zum Archidiakon in Canterburi befördert. Ei- nige Jahre darauf ward Thomas von dem Könige Heinrich I I I . , dem der Erzbischof Theobald die ausgezeichneten Eigenschaften seines Erzdiakons gerühmt hatte, zum Kanzler des Reiches ernannt. In dieser eben so wichtigen als glänzenden Würde erwarb er sich durch seinen durchdringenden Verstand, und durch sein edles Gemüth die Bewunderung aller Stände, und das größte Vertrauen des Kö- nigs , um dcn und dessen Reich er sich in hohem Grade verdient machte. 3lm 18. April des IahreS !16N starb der cantcrburische Erz- bifchof Thcobald. Der König war entschlossen, seinen Kanzler auf den erzbischöflichen Stuhl zu erheben; hielt aber einige Zeit diesen Entschluß geheim, und übertrug vor der Hand demselben nur, wie
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Titel
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Untertitel
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Band
2
Autor
Anton Mätzler
Verlag
Landshut Verlag
Ort
Wien
Datum
1840
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.8 x 16.9 cm
Seiten
982
Schlagwörter
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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