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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
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4l«i Die heilige Itha, Gräfin von Toggenburg. ihrer Eltern und Freunde, zur Gemahlin zu erhalten. Noch in» nämlichen Jahre 1197 wurde Itha durch das heilige Sacrament der Ehe mir ihm unauflöslich verbunden. Am Hochzeitstage gab er seiner jungen Gemahlin einen besonders schönen, goldenen, mit kostbaren Steinen besetzten Ring, der, als Sinnbild der Einigkeit, sie an seine ewige Treue und herzliche Liebe bei jedem Anblicke er- innern sollte. Wenige Tage darauf zog Itha unter dem Schutze des Himmels, begleitet von dem Segen ihrer guten Eltern, den herzlichsten Glückswünschen ihrer Geschwister und Freunde an der Seite ihres Gemahls, mit zahlreichem Gefolge umqeben, aus ihrem väterlichen Schlöffe an den Ort ihrer künftigen Bestimmung, und kam nach einigen Tagen wohlbehalten auf dem alten Toggenburg an, wo sie von Heinrichs Dicnerftl'aft und Unterthanen unter vielen Freudenbezeugungen empfangen wurde. Itha bewieß sich in Allem als eine wahre Christin, zärtlich gegen ihren Gemahl, klug und emsig in der Anordnung und Regie: rung ihres Hauswesens, herablassend und gütig gegen alle ihre Dienstleute, liebevoll gegen die Unterthanen, wohlthatig gegen die Armen, und im höchsten Grade fromm und gottesfürchtig. Sie ledte mit ihrem Gemahle Heinrich in der seligsten Eintracht, und ward von ihrer Dienerschaft und von ihren Unterthanen sehr hoch verehrt, und als eine gute Mutter geliebt. Der sonst in jeder Hin- sicht so gute Heinrich war sehr schwach, wenn die verderbliche Lei- denschaft des Zornes in ihm rege gemacht wurde, und er that sel- ten den gehörigen Niderstand. Allein Itha bewieß sich immer nach: giebig, sie wich aus, um die Hitze des Zornes nicht zu vermehren, suchte mit liebreicher Sanftmuth diese Leidenschaft in ihrem Heinrich zu'unterdrücken, da, wo sie ausgebrochen war, ihre Folgen, so viel sie konnte, unschädlich zu machen, und die für sie daraus entsprun- genen Leiden geduldig zu ertragen. Unter Heinrichs Dienerschaft befand sich ein gewisser Dominiko, aus Welschland gebürtig. Dieser war ein feiner Hofmann, sehr geschickt in seinen Arbeiten, im Umgänge artig und einnehmend. Seine Reden waren sehr schmeichelhaft, und besonders geschickt, die Herzen der Menschen zu gewinnen. Deßwegen erwarb er sich bald Heinrichs volles Vertrauen, und Alle . schätzten und liebten ihn. Auch Itha, die gottesfürchtige Gräfin hielt ihn für rechtschaffen, und konnte ihm daher ihre Hochachtung nicht versagen. Doch sie be- trog sich, wie Heinrich, und alle Andere. Denn Dominiko war bei allen seinen übrigen Vorzügen ein Wollüstling, und ein wahrer Sklave dieser schändlichen Leidenschaft.. Selbst die unschuldige Itha ward, ganz gegen ihre Absicht, die Zielscheibe derselben. Äaum als sie die argen Absichten desselben aus seinen Reden und aus seiner
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Titel
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Untertitel
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Band
2
Autor
Anton Mätzler
Verlag
Landshut Verlag
Ort
Wien
Datum
1840
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.8 x 16.9 cm
Seiten
982
Schlagwörter
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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