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452 Die heilige Rosalia, Jungfrau.
die sie sehr oft besuchte, und mit eigener Hand b diente. Sie baute
mit großer Emsigkeit ihr Gärtchcn, und verfertigte viele Kleidungs-
stücke, die sie den Dürftigen verabreichte. Täglich ging sie am frühe-
sten Morgen in das Kloster Fischingen, und wohnte der Mette und dem
hochheiligen Opfer bei.
Mehrere Jahre hatte sie in der Au im Dienste Gottes und
der Menschen zugebracht, als sie durch anhaltendes Bitten der Klo-
sterfrauen zu Fischingen (es war daselbst neben dem Manns- auch
ein Frauenklostcr) endlich bewogen wurde, eine ZeUe dieses Klosters
zu beziehen. Auch hier war ihr ganzes Leben der schönste Spiegel
der Heiligkeit. In der Zelle, wie vorher in der Au, wurde sie von
sehr vielen Menschen besucht, die an ihr immer die nämliche, lieb-
reiche Dienerin Christi, die tröstende Mutter, die Helferin und Un-
terstützerin, wo es in ihren Kräften stand, und die eifrige Fürspre-
cherin im heiligen Gebethe fanden. In den letzten Lebensjahren ließ
sie sich, wie es damals vielfältig geschah, in eine Zelle ein-, und
dadurch von der Welt ganz ausschließen. Durch ein kleines Fen-
sterlein erhielt sie ihre Nahrung, und durch eben dieses ertheilte sie,
wer es verlangte, Belehrung, Rat!) und Trost. Außerdem war sie
fortwährend in heiligem Gebethe in der Betrachtung des Ewigen
versenkt. Endlich ward sie von einer schweren Krankheit ergriffen,
welche ihr Leben vollendete um das Jahr 1171. Unter lautem
Weinen und Schluchzen wurde ihre Leiche von einer zahllosen Menge
Menschen nach der Klosterkirche zu Fischingcn begleitet, und daselbst
vor dem Altare des heiligen Nikolaus beerdiget. — ,,O Aott! wie
wunderbar bist du in deinen Heiligen!"
Die heilige Rosalia, Jungfrau.
(Am 4. September,)
Rosalia ward geboren in der ersten Hälfte des zwölften Jahr-
hunderts zu Palermo in Sicilien. Ihr Vater Sinibaldus war sehr
edlen Geschlechtes, und scheint eine der höchsten Würden am könig-
lichen Hofe begleitet zu haben; dmn an diesem brachte Rosalia ihre
Iugendjahre zu, und genoß in ausgezeichnetem Grade die Gewogen-
heit der Königin Margaretha. Sie ward aber in ihrem Innern
von einem Lichte erleuchtet, welches ihr die Nichtigkeit alles irdischen
Glanzes, und die, Nergänglichtctt aller Erdengüter offenbarte. Die-
sem Lichte folgendv verließ sie insgeheim Palermo, ging in das,
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen