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43-l Der heilige Laurentius, Er;bisckof zu Dublin :c.
der Zeiten, zumal im neunten, zehnten und eilften Jahrhundert ver-
finstert; aber doch nie ganz ausgelöscht, sondern von Zeit zu Zeit
wieder angefacht von Männern, welche erfüllt waren mit dem Geiste
Jesu, und erglüht vom heiligen Eifer für das Heil der Seelen, die
erkauft und erlöst sind, nicht durch vergängliches Gold und Silber,
sondern durch das Blut d?s unbefleckten Lammes. Diesen Männern
verdient vorzugsweise beigezählt zu werden der heilige Laurentius,
Erzbischof von Dublin. Er wurde im westlichen Theile der Insel
Irland geboren, am Anfange des zwölften Jahrhunderts. Sein
Vater Mauritius war vom königlichen Gcblütc, und beherrschte die
Provinz Lcinstcr. Laurentius war dessen jüngster Sohn, und erhielt
bei der Taufe diesen Namen auf Geheiß eines Mannes, der für ei-
nen Propheten galt, und von ihm vorhersagte, daß er groß seyn
werde auf Erden und herrlich im Himmel.
Der König Dermitius ward, wir wissen nicht warum, sehr auf:
gebracht gegen Mauritius, den Herrn von Leinster. Ihn zu be-
sänftigen übergab ihm dieser seinen Sohn Laurentius, der erst zehn
Jahre alt war, als Pfand seiner guten und friedlichen Gesinnung.
Der grausame König verwies den zarten Knaben in einen Ort, wo
derselbe durch Hunger und Durst, durch Blöße und Kälte in den
kläglichsten Zustand versetzt wurde, und namenlose Qual erdulden
mußte. Bcreits zwei Jahre hatte er in diesem Elende geschmachtet,
als der Vater davon Kunde erhielt. Dieser brachte zwölf königliche
Soldaten in seine Gewalt, und drohte nun dem Dermitius, sie zu
todten, wenn nicht auf der Stelle sein Sohn ihm zurückgegeben
würde. Der König wollte seine Soldaten nicht verlieren, und cnt-
ließ deßhalb den jungen Laurcntiiiö; aber nicht zum Vater, sondern
zum Bischöfe von Glandilaugh, dem er auftrug, ihn dem Vater
nicht zu überlassen, so lange dieser die zwölf Soldaten nicht frei
gegeben habe. Der Bischof trug die PfAge des Laurentius, der
durch das erduldete Elend fürchterlich entstellt war, einem seiner
Kapläne auf, der liebevoll für seinen Pflegling sorgte, ihn auch in
den Grundlchren der heiligen Religion unterrichtete, und ihm das
Gebeth des Herrn, und das apostolische Glaubensbekcnntniß bei:
brachte. Nach zwölf Tagen kam Mauritius, übergab dem Bischöfe
die zwölf Soldaten zur Auslieferung an den König, und berath:
schlagte sich mit ihm über die künftige Bestimmung seines Soh-
nes. Da erklärte dieser, daß er dem Dienste Gottes im geist-
lichen Stande sich ;u widmen entschlossen sey. Deß freuten sich
der Vater und der Bischof, und gaben ihm dazu gerne ihre Ein-
stimmung.
Laurentius blieb zu Glandilaugh und wurde unter der Aufsicht
»nd Leitung des Bischofs erzogen und in den Wissenschaften unter-
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen