Seite - (000472) - in Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Bild der Seite - (000472) -
Text der Seite - (000472) -
470 Der heilige Dominikus, Stifter des Predigerordens.
Gott begnadigte seine fromme Dienerin Maria mit vielen au-
ßerordcutlichen Gaben, die sich zumal auch in ihrer letzten, lange
dauernden und schmerzlichen Krankheit offenbarten. Sie war erst
sechs und dreißig Jahre alt, als sie am 23. Juni des Iah:
res 1213 die irdische Laufbahn vollendete. Ihre Gebeine ruhen
in einem silbernen Sarge hinter dem Altare der Frauenkirche zu
Oignies.
Der heilige Dominikus,
S t i f t e r d e s P r e d i g e r o r d e n s .
(Am 14. August.)
Dem heiligen Dominikus verdankt sein Entstehen der Prediger:
orden, welcher durch viele Jahrhunderte in der katholischen Kirche
geblüht, Männer von großem Verdienste gezählt, und viel Gu:
tes gestiftet hat, und der heut zu Tage noch in einigen Ländern
besteht. Dominikus wurde im Jahre 1170 geboren zu Calahorra,
in der spanischen Provinz Altcastilien, im Kirchensprengcl OSma.
Sein Vater hieß Felix Gußmann, und seine Mutter Daza. Es
werden verschiedene Erscheinungen erzählt, welche die künftige Größe
und den segensvollen Beruf des heiligen Dominikus schon vor des:
sen Geburt angedeutet haben. Nur einer Einzigen muß Erwähnung
geschehen, auf daß man sich einen Zug auf den gewöhnlichen Ab:
bildungen des heiligen Ordcnsstifters erklären könne. Es kam der
Mutter desselben, als sie mit ihm schwanger ging, in einem nacht:
lichcn Gesichte vor, es gehe ein Hündchen von ihr aus, im Munde
haltend eine Fackel, durch die alle Welt entzündet werde. Dieses
Gesicht wurde auf das flammende Wort des künftigen Predigers ge:
deutet, und gab Anlaß, dem Bilde des heiligen Dominikus einen
Hund mit einer brennenden Fackel beizumalen. Der kleine Domini:
kus wurde einem Bruder seiner Mutter, welcher Erzpriester war, zur
ersten Erziehung und zum Unterrichte übergeben. Es entwickelten
sich bei ihm Gaben des Verstandes und des Herzens, welche zu
den schönsten Hoffnungen berechtigten. Zehn Jahre alt, kam er
nach Valenzia zur Erlernung der Wissenschaften, in welchen er, so
wie auf dem Wege der sittlichen Vervollkommnung, eben so schnelle,
als glänzende Fortschritte machte. Ausgezeichnet war seine Gottes:
furcht, seine Frömmigkeit, seine Arbeits: und Ordnungsliebe, sein
Eiier in Bewahrung der jungfräulichen Reinigkeit, sein ernster An-
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen