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Am 14. August. 47l
stand, und sein tiefes Mitleiden mit den armen und gekränkten Mit-
menschen.
Der immer wachsende Ruhm des Dominikus veranlaßte den
Azebedo, Bischof von Osma, den jungen hoffnungsvollen Mann
kennen zu lernen. Er berief ihn zu sich, überzeugte sich von dessen
vortrefflichen Eigenschaften, und nahm ihn unter die Canonikcr sei-
ner Kirche auf. Da strebte der junge Mann mit seltenem Eifer
nach Vervollkommnung seines Geistes, seines Gemüthes und seines
Wandels. Nebst den heiligen Büchern las er sehr fleißig die Schrif-
ten Kassians, welche seine Fortschritte auf der Bahn der Gottselig-
keit ungemein beförderten. Er ward bald unter seinen Mitbrüdem
so ausgezeichnet, daß er zum Superior des Kapitels ernannt wurde.
In dieser Würde war er der nächste am Bischöfe, und begleitete
denselben vielfältig auf dessen Reisen. Um diese Zeit wurden viele
Provinzen des Abendlandes, zumal in Frankreich, Spanien und Ita-
lien, von verschiedenen Irrlehrern hart beunruhiget. Es waren die
Albigenser, Waldcnser<und andere, welche falsche Lehren von dem
Gebethe, von der Verkündigung des göttlichen Wortes, von dem
Reinigungsorte, von der Gewalt des Papstes u. a. ausstreuten, mit
hartnäckigem Trotze vertheidigten, und mit ungestümem Eifer zu ver-
breiten suchten. Einen muthigen Gegner fanden diese Irrlehrcr an
dem heiligen Dominikus, der mit eben so großer Anstrengung, als
Klugheit, ihre falschen Lehren bekämpfte, und dem Bekehrungsge-
schäfte sich widmete. Den Anfang in diesem segensoollcn Berufe
machte er, als er den Bischof Diego auf einer Reise nach Langue-
doc begleitete. In einer Nacht führte er zu Toulouse den Gast-
wirth , bei dem sie Herberge genommen hatten, in den Schooß der
heiligen Kirche zurück. Dadurch ward sein Eifer so sehr entflammt,
daß er den Entschluß faßte, sich von nun an ganz dem Heile der
Verirrten und der Irregeführten zu opfern. Vielfältig ließ er sich
mit diesen in Unterredungen ein, erklärte eben so faßlich, als gründ-
lich den reinen katholischen Glauben; enthüllte mit seltenem Scharf-
sinne den Ungrund ihrer falschen Lehren, und drang mit feuriger
Bcredtsamkeit in sie, diese zu verlassen, und jener wieder zu huldi-
gen. Gott unterstützte das Bemühen seines frommen Dieners durch
außerordentliche Gnadenwirkungen, und segnete es durch glänzende
Erfolge.
Der Geschichtschreiber Iordanes erzählt: Dominikus habe nach
einer, zu Montrevill mit mehreren Irrlchrern gehaltenen Unterredung,
einem derselben ein Blatt, auf welchem die vorzüglichsten Stellen,
die er zum Beweise der katholischen Lehre angeführt hatte, geschrie-
ben waren, übergeben, mit der Erinnerung, dieselben oft zu lesen,
und reif zu beherzigen. In der folgenden Nacht sey dieser bei
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen