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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
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472 Der heilige Dominikus, Stifter des Predigerordens. einem Feuer gesessen mit mehreren Andern von stincr Tekte, denen er das Blatt zeigte; einige von diesen hätten vorgeschlagen, das Papier ins Feuer zu werfen; würde es verbrennen, so soll dieß ein Beweis seyn von der Richtigkeit ihrer Lehren; würde es unversehrt bleiben, so wollten sie die Wahrheit der katholischen Lehre anerken- nen; der Vorschlag sey angenommen, das Blatt dreimal nacheinan- der in's Feuer geworfen, und jedesmal ganz unverletzt befunden wor- den, — diese Irrlchrer seyen deßungcachtet verstockt geblieben, bis auf Einen, welcher sein Gemüth dem göttlichen Lichte geöffnet, und den Vorfall, obgleich die Andern ihn verschweigen wollten, bekannt gemacht habe. Die Irrlehre hatte sich, mehr als anderswo, in der Provinz Langucdoc verbreitet, wo die Vertheidiger und Anhänger derselben in ihrem stolzen Uebcrmuthe viele Gewaltthätigkeiten verübt?«. Do- minikus begleitete den Bischof Diego, der dem Bekchrungsgeschäfte sich eben so eifrig widmete, zum zweitcnmale dahin, nicht scheuend Drangsal, Gefahr und Verfolgung; denn sei» Herz war erglüht von der Liebe zu Jesus Christus, und zu seinen, obgleich irrenden Brü- dern , die der Sohn Gottes durch sein theures Blut erlöset hat. Diego starb, und seine übrigen Mitarbeiter wurden anderswohin be- rufen , so daß das apostolische Geschäft auf Dominikus allein lag. Er predigte aller Orten, und söhnte sehr viele der Verirrten mit der Kirche aus, wozu er die Vollmacht von dem päpstlichen Stuhle erlangt hatte. Die Neubekchrten bei dem wahren Glauben zu er- halten, vorzüglich aber einige Edelleute zu unterstützen, die von der Noth gedrungen, ihre Töchter bei den Irrgläubigen ernähren und »ntcn'ichtcn ließen, erbaute er zu Prouilles, zwischen Fanjaur und Monreal im Jahre 1206 ein Kloster, welches der Frömmigkeit und Unschuld zum Zufluchtsorte dienen sollte, und wo die versammelten Weibspersonen bei einem stillen Lebenswandel mit der Handarbeit und mit dem Gebethe beschäftiget, den Verirrten Beispiele der christ- lichen Vollkommenheit geben könnten. Dem heiligen Dominikus wird auch die Einführung des Ro- ftnk^anzgebethcs, wie es gegenwärtig besteht, zugeschrieben. Papst Gregor XI I I . sagt in seiner Bulle vom Jahre 1577: Dieser Hei- lige habe, da er die meisten Provinzen Frankreichs und Italiens durch viele Drangsale, besonders aber durch die Ketzerei der Albigen- ser, und andere Irrthümer, die an verschiedenen Orten aufkeimten, gekränkt sah, die Andacht des Rosenkranzes aus göttlicher Eingebung unter den Christen eingeführt, um den Zorn Gottes zu besänftigen, und durch die Fürbitte der heiligsten Jungfrau Hilfe zu erlangen. Durch seine Demuth, seine Liebe und seine Sanftmuth erwarb Do- minikus nicht allein bei den Rechtgläubigen, sondern selbst bei sehr
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Titel
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Untertitel
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Band
2
Autor
Anton Mätzler
Verlag
Landshut Verlag
Ort
Wien
Datum
1840
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.8 x 16.9 cm
Seiten
982
Schlagwörter
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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