Seite - (000474) - in Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Bild der Seite - (000474) -
Text der Seite - (000474) -
472 Der heilige Dominikus, Stifter des Predigerordens.
einem Feuer gesessen mit mehreren Andern von stincr Tekte, denen
er das Blatt zeigte; einige von diesen hätten vorgeschlagen, das
Papier ins Feuer zu werfen; würde es verbrennen, so soll dieß ein
Beweis seyn von der Richtigkeit ihrer Lehren; würde es unversehrt
bleiben, so wollten sie die Wahrheit der katholischen Lehre anerken-
nen; der Vorschlag sey angenommen, das Blatt dreimal nacheinan-
der in's Feuer geworfen, und jedesmal ganz unverletzt befunden wor-
den, — diese Irrlchrer seyen deßungcachtet verstockt geblieben, bis
auf Einen, welcher sein Gemüth dem göttlichen Lichte geöffnet, und
den Vorfall, obgleich die Andern ihn verschweigen wollten, bekannt
gemacht habe.
Die Irrlehre hatte sich, mehr als anderswo, in der Provinz
Langucdoc verbreitet, wo die Vertheidiger und Anhänger derselben
in ihrem stolzen Uebcrmuthe viele Gewaltthätigkeiten verübt?«. Do-
minikus begleitete den Bischof Diego, der dem Bekchrungsgeschäfte
sich eben so eifrig widmete, zum zweitcnmale dahin, nicht scheuend
Drangsal, Gefahr und Verfolgung; denn sei» Herz war erglüht von
der Liebe zu Jesus Christus, und zu seinen, obgleich irrenden Brü-
dern , die der Sohn Gottes durch sein theures Blut erlöset hat.
Diego starb, und seine übrigen Mitarbeiter wurden anderswohin be-
rufen , so daß das apostolische Geschäft auf Dominikus allein lag.
Er predigte aller Orten, und söhnte sehr viele der Verirrten mit
der Kirche aus, wozu er die Vollmacht von dem päpstlichen Stuhle
erlangt hatte. Die Neubekchrten bei dem wahren Glauben zu er-
halten, vorzüglich aber einige Edelleute zu unterstützen, die von der
Noth gedrungen, ihre Töchter bei den Irrgläubigen ernähren und
»ntcn'ichtcn ließen, erbaute er zu Prouilles, zwischen Fanjaur und
Monreal im Jahre 1206 ein Kloster, welches der Frömmigkeit und
Unschuld zum Zufluchtsorte dienen sollte, und wo die versammelten
Weibspersonen bei einem stillen Lebenswandel mit der Handarbeit
und mit dem Gebethe beschäftiget, den Verirrten Beispiele der christ-
lichen Vollkommenheit geben könnten.
Dem heiligen Dominikus wird auch die Einführung des Ro-
ftnk^anzgebethcs, wie es gegenwärtig besteht, zugeschrieben. Papst
Gregor XI I I . sagt in seiner Bulle vom Jahre 1577: Dieser Hei-
lige habe, da er die meisten Provinzen Frankreichs und Italiens
durch viele Drangsale, besonders aber durch die Ketzerei der Albigen-
ser, und andere Irrthümer, die an verschiedenen Orten aufkeimten,
gekränkt sah, die Andacht des Rosenkranzes aus göttlicher Eingebung
unter den Christen eingeführt, um den Zorn Gottes zu besänftigen,
und durch die Fürbitte der heiligsten Jungfrau Hilfe zu erlangen.
Durch seine Demuth, seine Liebe und seine Sanftmuth erwarb Do-
minikus nicht allein bei den Rechtgläubigen, sondern selbst bei sehr
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen