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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
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492 Die heilige Elisabeth, Landgräfin von Hessen zc. Seine Trauung mit Elisabeth wurde fünf Jahre darnach vollzogen. Beide Ehegatten liebten einander zärtlich. Ihre Verbindung war ein Muster ehelicher Zuneigung. Bei ihrcn persönlichen Unterhal- tungen bedienten sie sich mit freundlicher Vertraulichkeit des süßen Bruder? und Schwcsternamens. Elisabeth bewies ihrem Gemahl die zärtlichste Liebe, unverbrüchliche Treue, und die schuldige Unter: thänigkeit. Dabei brachte sie ihre Tage großen Theils, ohne jedoch die Pflichten einer guten Hausmutter zu versäumen, mit Andachts: Übungen und mit Werken der Wohlthätigkeit zu. Jede Nacht stand sie aus ihrem Bette auf, und verrichtete ihr Gebeth, welches bisweilen lange dauerte. Eine ihrer Hofdamen mußte sie, auf daß sie das Gebeth nicht verschlafe, aufwecken. Manchmal setzte sie ihre Andacht so lange fort, daß sie vor Ermüdung einschlief. Vergebens machte ihr Ludwig dar- über zärtliche Vorwürfe. Sie erklärte ihm: daß sie zwar nicht beständig bethen, aber ihr Fleisch kreuzigen könne. — Fortwährend bewies sie ihrem Gemahl zuvorkommende Gefälligkeit, bescheidene Nachgiebig- keit, und große Aufmerksamkeit in Allem, selbst im Anzüge ihrer Kleider. Nach Aussage ihrer Dienerin Eiscntraut legte sie bei Ab: Wesenheit Ludwigs gewöhnlich allen Schmuck ab, kleidctc sich mit einem gemeinen Gewände, bethete, und ließ sich geißeln; kam ihr Gemahl wieder zurück, so schmückte sie sich auf's Schönste, um ihm keine Veran- laffung zur Sünde zu geben, wenn ihm etwas an ihr mißfallen sollte. Da sie einst bei einer Feierlichkeit von der Wartburg herab, kostbar und herrlich mit Gold und Edelsteinen geschmückt, in die unter der Stadt liegende Kirche gehen wollte, warf sie von unge- fähr einen Blick auf das Kruzifix, welches sie in der Hand trug, und da sie hier den gegeißelten und mit der Dornenkrone bedeckten Jesus erblickte, wurde sie so bewegt, daß sie in Ohnmacht fiel. Man besprengte ihr Angesicht mit Weihwasser, bis sie wieder zu sich selbst kam. Von dieser Zeit an verschwand bei ihr die Freude an allem Schmucke, und an allen köstlichen Kleidern, weil sie ihre Un- Würdigkeit mit den Verdiensten des mißhandelten Jesus verglich. Ost zog sie, schon bei Lebzeiten ihres Gemahls, die schlechtesten Kleider an, und sagte dann — prophezeihend — zu ihren Kammer- frauen: „So will ich gehen, wenn ich einst betteln, und Elend um Gotteswillen ertragen werde." Den Unterthanen war Elisabeth im wahren Sinne des Wor- tes eine gute Mutter, und wurde daher von denselben zärtlich ge- liebt. Ihre Wohlthätigkeit gegen Hilfsbedürftige, Arme und Kranke kannte beinahe keine Gränzen. Im Jahre 1226 rcisete Ludwig mit seinem Bruder Konrad nach Italien zum Kaiser Friedrich. Wäh- rend seiner Abwesenheit wurde Deutschland, und besonders Thürin- gen durch Hungersnot!), ansteckende Krankheiten und Ueberschwem-
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Titel
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Untertitel
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Band
2
Autor
Anton Mätzler
Verlag
Landshut Verlag
Ort
Wien
Datum
1840
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.8 x 16.9 cm
Seiten
982
Schlagwörter
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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