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Am 16. November. 501
schritte gemacht, daß er zum Lehrer derselben bestellt, und ihm auch
das Predigtamt übertragen wurde. Endlich wurde er zum Priester
geweiht. Mit größter Treue verrichtete er die Obliegenheiten des
heiligen Amtes, und leuchtete in demselben als ein hellglänzendes
Muster der Frömmigkeit, des unbefleckten Wandels, und der Selbst-
verläugnung. Er bethete nebst den Tagzciten, die den Priestern
vorgeschrieben sind, alle Tage auch die Tagzcitcn der allerseligsten
Jungfrau, und für die Verstorbenen. Vielfältig nahm er des Tags
nur einmal Speise zu sich, und durchwachte einen großen Theil der
Nacht im Gebethe, oder in Geschäften seines Berufes. Um sich den
geistlichen Verrichtungen, besonders dem Predigtamte desto mehr wid-
men zu können, entsagte er dem Lehramte und nahm ein Canonikat
bei der Kirche zu Sarisburi in England an. Bald wurde er auch
zum Schatzmeister dieser Kirche bestellt; erlangte aber von dem Papste
die Begünstigung, daß er an den vorkommenden richterlichen Ent-
scheidungen keinen Antheil nehmen mußte.
Der Ruhm der Bcredtsamkeit und des heiligen Eifers, mit
dem Edmund das Predigtamt verwaltete, wurde weit umher ver-
breitet, und kam auch zu den Ohren des heiligen Vaters, Gre-
gor IX . , der dadurch bewogen wurde, ihm aufzutragen, in Eng-
land den vorhabenden Krcuzzug gegen die Ungläubigen zu verkündi-
gen , und zur Theilnahme an demselben durch Predigten zu ermun-
tern. Zwischen einem Theile der Geistlichen in England, die von
dem Könige unterstützt wurden, und dem Papste, entstanden wegen
Besetzung verschiedener Pfründen, die dieser sich vorbehalten wollte,
schwere Irrungen, welche zum Theile auch Ursache waren, daß der
erzbischöstiche Stuhl zu Canterbun, welcher durch den im Sommer
des Jahres 1232 erfolgten Tod des Erzbischofs Richard erlediget
war, bereits zwei Jahre unbesetzt blieb. Endlich willigte der Papst
ein, daß Edmund, der Domherr und Schatzmeister von Sarisbuli,
auf den erzbischösiichen Stuhl befördert werde, dem er sogleich auch
das Pallium überschickte, auf daß er desto weniger sich weigern
möge, die Würde anzunehmen. Dessen ungeachtet konnte Edmund
nur durch das ernste Zureden des Bischofs von Sarisburi, und nur
durch die Vorstellung, daß er sich schwer versündige, wenn er dem
Rufe nicht folge, bewogen werden, die Einwilligung zu seiner Er-
Hebung zu geben. Er wurde im April des Jahres 12Z4 zu Can-
terburi, in Gegenwart des Königs und vieler Bischöfe, von Reger,
dem Bischöfe zu London, feierlich konsekrirt, worauf er, geziert mit
dem päpstlichen Pallium, das hochheilige Opfer entrichtete.
Der neue Erzbischof stellte sich bei seiner Kirche nicht blos dar,
als der Höchste im Range, sondern auch als der Erste im heiligen
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen