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Am 10. November. 503
Zeuge, daß ich nur dich gesucht habe/- Mit der größten Seelen:
ruhe, und heitern Angesichtes gab er seinen Geist auf.
Beherzigen wir ernst und oft, was dcr heilige Edmund sprach,
als er ausgefordert wurde, seinen Beleidigern sich zu widersetzen: „Wenn
sie mir/' sagte er, „beide Arme brechen, oder die Augen ausstechen
würden, wollte ich sie nicht weniger lieben. Ich möchte nicht we-
gen ihnen (durch Wiedervcrgeltung des Bösen) meinen Herrn belei-
digen , oder wegen fremden Vergehen mir selbst schaden. Lieber
will ich mich verbrennen lassen, als wissentlich eine Sünde gegen
meinen Gott begehen." Als seine Dienerschaft wegen der Beleidi-
gungen, die er schuldlos erdulden mußte, sich tief bekümmerte, sprach
er: Dic Mutter reicht ihrem kranken Kinde den bittern Trank, und
wil l , daß es ihn ausleere, damit es genese; eben so muffen wir
den Kelch der Leiden willig trinken, auf daß wir das Heil erlan-
gen. Christus hat sich denen, die ihn kreuzigen ließen, nicht wi:
dersctzt, sondern für sie zum Vater gebethet. Nicht wir dürfen an
unsern Feinden Rache nehmen, sondern dem Herrn müssen wir sie
überlassen.
Die heilige Hedwig, Herzogin von Polen.
(Am 17. Oktober.)
Hcdwig war eine Tochter Bcrtholds von Andechs, des Her-
zogs von Kärnthen, Markgrafen von Mcran, Grafen von Tyrol,
und der Agnes, einer Gräfin von Rotlcchs. Ihre Brüder waren:
Berthold, der Patriarch von Venedig, Eckbcrt (auch Elebert ge-
nannt) , der Bischof von Bamberg, Otto und Heinrich, die dem
Nater in der Regierung als Herzoge von Polen folgten; — ihre
Schwestern: Agnes, die Gemahlin Philipps, des Königs von Frank-
reich; Gertrud, Königin von Ungarn, und eine dritte, welche Äb-
tissin im Kloster Lutzingen gewesen, deren Name aber nicht angege-
ben ist. Gertrud war die Mutter der heiligen Elisabeth, der Land-
gräfin von Heffcn und Thüringen, deren Lebensgeschichte wir schon
gehört haben.
Größer noch, als der Glanz der Herkunft und der Familie,
dessen Hedwig sich erfreuen konnte, war der Glanz ihrer Tugenden,
durch die sie, wie ein helles Gestirn, ihr ganzes Leben hindurch
leuchtete. Der Grund derselben wurde gelegt lm Kloster Lutzingen,
in welchem sie ihre Erziehung erhielt. Da ward sie unterrichtet in
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen