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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
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504 Die heilige Hedwig, Herzogin von Polen. dem göttlichen Gesetze, welches fortwahrend ihre Leuchte und die Duelle ihres Trostes war; da ward ihr Herz entstammt zur heil,: gen Liebe, in der sie alle Tage ihres Lebens so viel Großes wirkte. Eist zwölf Jahre alt, wurde sie vermählt mit Heinrich, dem Her: zöge von Schlesien und Polen. Der Ehestand war ihr nicht ein Stand zur Befriedigung ausschweifender Gelüste; wohl aber zur ge- treuen Erfüllung seiner Pflichten, weßhalb sie eine seltene Enthalt.- samkeit in demselben beobachtete. Wie sie, besiicß sich der Enthalt: samkeit auch ihr Gemahl. Wenn sie sich in gesegneten Umstanden fühlte, lebte sie, mit seiner Einwilligung, von ihm abgesondert, bis das Wochenbett vorüber war. Deßgleichen entsagten sie dem ehcli- chen Genusse in der Advent- und Fastenzeit, so wie an den Sonn- und Festtagen. Nachdem Hedwig ihren Gemahl mit sechs Kindern, drei Kna- ben, Heinrich, Lonrad und Boleslaus, und drei Mädchen, Agnes, Sophie und Gertrud, erfreut hatte, und überzeugt zu senn glaubte, daß dcr Hauptzweck ihrer Ehe erfüllt sey, beredete sie ihn zur be: ständigen Enthaltsamkeit, welche er, wie sie, vor dem Bischöfe feier- lich gelobte. Bei dreißig Jahren lebten sie, wie Bruder und Schwe- ster, in abgesonderten Wohnungen, allen geheimen Umgang vermei- dend, auf daß sie nicht den Schwachen zum Anstoße würden durch Veranlassung des Argwohns, als hielten sie nicht heilig ihr Ge- lübde , welches allgemein bekannt war. Heinrich hatte neben dem Gelübde der beständigen Enthaltsamkeit kein anderes abgelegt, un- tersagte sich aber den Gebrauch des Goldes, des Silbers und des Purpurs, führte ein sehr frommes, gleichsam klösterliches Leben, und ließ sich, wie die Laienbrüder in den Klöstern, den Bart wachsen, weßhalb er dcr Bärtige genannt wurde. Hedwig widmete sich nur allein den Werken der Gottseligkeit und der Liebe in strenger Selbstverlaugnung und tiefer Demuth. Auf ihr Ansuchen stiftete Heinrich im Jahre 1203 zu Trebnitz, un- weit Breslau , ein Zisterzienser - Nonnenkloster, in welches mehrere Nonnen von Bambcrg berufen wurden. Pctrissa, welche früher die Erziehung und den Unterricht der Hcdwig vorzugsweise besorgt hatte, ward zur Äbtissin in demselben bestellt. Die Zahl der Nonnen n'iirde bald sehr ansehnlich, und endlich noch vermehrt durch Hein- richs und Hedwigs Tochter Gertrud, welche in der Folge zur Vor. stehcrin derselben erwählt wurde. In diesem Kloster ließ die fromme Herzogin viele Mädchen, adelige und nicht adelige, erziehen, deren einige dem Klosterstandc sich widmeten, andere durch Ausstattung zu «inständiger Vercheligung von ihr versorgt wurden. Bei den mei- sten erreichte sie die edle Absicht, sie von dem Verderben, in welches die unbewachte Jugend so leicht geräth, zu erretten, und zu getreuen
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Titel
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Untertitel
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Band
2
Autor
Anton Mätzler
Verlag
Landshut Verlag
Ort
Wien
Datum
1840
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.8 x 16.9 cm
Seiten
982
Schlagwörter
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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