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Der heilige Petrus,
Mönch aus dem Predigerorden, Märtyrer.
(Am 29. April.)
Die Irrlehrer, deren in der Geschichte des heiligen Dominikus
erwähnt wurde, setzten ihr Unwesen immer noch fort, und beun:
ruhigten auf die bedauerungswürdigste Weise die heilige Kirche, zu-
mal in Italien, wo sie von dem Kaiser Friedrich I I . begünstiget
wurden. Den kräftigsten Widerstand erfuhren sie durch die Mönche
des Prcdigerordens, der, wie wir schon wissen, vorzüglich in dieser
Absicht gestiftet worden ist. Zu bedauern ist, daß dieser Widerstand
nicht immer in den Schranken der christlichen Sanftmuth blieb, und
daß man zu strengen Maaßregeln auch da die Zuflucht nahm, wo
die gelindern — liebevolle Schonung und sanfte Belehrung im Geiste
des Evangeliums — gewiß viel bälder und viel sicherer zum Ziele
geführt hätten. Es entstand die sogenannte Inquisition, das heißt,
es wurden Männer bestellt, dcrcn eigenthümlicher Beruf es seyn
sollte, über die Reinheit der Lehre zu wachen, die Irrlehrer zu er-
forschen, ihre Urheber und Anhänger zu bekämpfen, und dem Irr-
thumc zu entreißen, die verderblichen Schriften und Bücher zu ent-
decken und zu vertilgen, und diejenigen, welche starrsinnig auf dem
Irrthume verharren (solche nannte man, und nennt sie noch Ketzer),
durch kirchliche Strafen zu besserer Gesinnung zu bringen, oder doch
möglichst unschädlich zu machen.
Unter den Predigermönchen, die in Italien gegen die Irrlehrer
kämpften, zeichnete sich vorzugsweise der heilige Petrus von Verona
aus, der, weil von ihnen getödtct, den Märtyrern beigezählt wird.
Er wurde geboren zu Verona um das Jahr 1206, von Eltern,
welche der manichäischcn Sekte, die in Italien immer noch nicht
ganz vertilgt war, huldigten. Aus Mangel einer andern, wurde er
in die Schule der Christen geschickt. Als er einmal, etwa sieben
oder acht Jahre alt, aus derselben kam, wurde er von seinem On:
kel gefragt, was er gelernt habe? Er antwortete: „Das Glau-
bensbekcnntniß, und in demselben, daß ein Gott sey, der alle sicht-
baren und unsichtbaren Dinge erschaffen hat." Jener widersprach
ihm, und suchte ihn des Gegentheils zu bereden; der Knabe aber
blieb auf dem Bekenntnisse des Einen wahren Gottes. Der Onkel
zeigte die Sache seinem Bruder, dem Vater des Petrus an, und
ricth ihm, den Sohn die Schule der Christen nicht mehr besuchen
zu lassen; „denn," sagte er, .,ich besorge, daß er, wenn er den Un-
terricht in derselben noch länger genießt, zur römischen Kirche über-
gehe, und unsere Religion zerstöre." Wir werden hören, daß beides
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen