Seite - (000521) - in Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Bild der Seite - (000521) -
Text der Seite - (000521) -
Am 12. August. 519
Erbtheile ihres Ordens, sie ihre ganze Nachkommenschaft zu beglücken
wünschte. Ihr Beichtvater, der Bruder Ninald, sprach zu ihr von
den Vortheilen der Geduld, worauf sie erwiederte: „O mein Vater!
wie süß ist es, für Jesus Christus zu leiden!" Ihr Todeskampf war
nur ein heftiger Anfall göttlicher Liebe. Sie ging ein zu den Freuden
des Herrn am 11. August 1253, in einem Alter von sechzig Jah-
ren, wovon sie zwei und vierzig in klösterlicher Einsamkeit, und
acht und zwanzig auf dem Krankenlager in steter Geduld zuge-
bracht hatte.
Auf die Nachricht ihres Todes strömten alle Bewohner der
Stadt nach dem Kloster. Der Papst, welcher schon abgereist war,
kehrte zurück, um mit den Cardinälen ihrer Leichenfeier beizuwoh-
nen. Die Franziskaner hatten in der Kirche bereits das Todtenamt
vor ihrem entseelten Körper angestimmt, als der Papst eintrat, und
befahl, statt dessen das Amt der heiligen Jungfrau zu singen.
Allein der Cardinal von Ostia stellte ihm vor, daß in einer so
wichtigen Sache nichts übereilt werden dürfe, und daß, obwohl sicht-
bare Beweise der Heiligkeit dieser frommen Jungfrau vorlägen, doch
immer erst die Lauterkeit ihrer Tugenden, und die Wahrheit ihrer
Wunder nach den kanonischen Satzungen geprüft werden müssen, ehe
man ihr die Ehren einer Heiligen zugestehen könne. Derselbe Car-
dinal hielt sodann ihre Leichenrede. Wie im Triumphe wurde die
Leiche in die Kirche des Klosters St. Georg gebracht, und daselbst
beigesetzt. Schon im folgenden Jahre wurde Clara der Zahl der
Heiligen feierlich beigesetzt, und ihre jährliche Gedächtniß '.f den
12. August gestellt. Fünf Jahre hernach erhob man ihre Gebeine,
und brachte sie in die neue Kirche, welche auf ihren Namen einge-
weiht worden war. —
„Die Liebe Gottes beweiset sich nicht durch schöne Worte, son-
dern durch Verachtung seiner selbst, und des Irdischen."
Der heilige Hyacinth,
M ö n c h d e s P r e d i g e r o r d e n s .
(Am 16. August.)
Der heilige Hyacinth ward im Jahre 1185 zu Kamien (Stein
oder Steinau) einem Städtchen in Oberschlcsien, welches damals zu
Polen gehörte, in dem Fürstcnthumc Oppeln, aus dem berühmten
Hause der Grafen Adrovas geboren. Er genoß einer guten Er-
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen