Seite - (000522) - in Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Bild der Seite - (000522) -
Text der Seite - (000522) -
.'i20 Der heilige Hyacinth, Mönch des Predigerordens.
ziehung, und machte unter der Leitunq geschickter Lehrer einen glän-
zenden Fortgang in den Wissenschaften sowohl, als in oer Tugend.
Sein Vetter I vo , nachher Bischof zu Kraka» , ein aufgezeichneter
Mann, veranlaßte ihn, den geistlichen Stand zu wählen, ließ >!nn
die heiligen Weihen ertheilen, verschaffte ihm ein Lanonikat bei der
Kirche zu Krakau, und hielt ihn mit weisem Ernste an ;u den
geistlichen Wissenschaften, und zur pünktlichen Erfüllung der Oblie-
genheiten seines Berufes. Hyacinth entsprach auf die vollkommenste
Weise den edlen Absichten und dcn Bemühungen des frommen Net-
ters, und erwarb sich dadurch dessen vertrauensvolle Liebe.
Im Jahre 1215 entsagte der Bischof zu Krakau, Vinccn;
Kadlubkoni, dem ','ischösiichen Amte, welches dem Ivo übertragen
wurde. Dieser reiste nach Rom, die Bestattigung des kirchlichen
Oberhauptes zu erlangen. - In seiner Begleitung befand sich, nebst
mehreren Andern, auch sein Vetter, der Kanonikus Hyacinth. Sie
alle waren da Augenzeugen von dem Wunder, welches Gott durch
den heiligen Dominikus wirkte, indem er einen gewissen Napoleon
auf dessen Fürbitte von dem Tode in's Leben zurückkehren ließ.
I vo , von Bewunderung hingerissen, suchte die Bekanntschaft des
Heiligen, welche bald zur vertrauten Freundschaft wurde. Er bat
den frommen Ordensstifter, einige seiner Schüler mit ihm nach Po:
len ziehen zu lassen, auf daß sie auch dort den Predigcrorden, der so sc-
gcnsuoll wirkte, cin,V,hren möchten. Dominikus bedauerte sehr, die-
ser B tte, weil die Anzahl seiner Jünger dazu noch zu klein war,
nicht entsprechen zu können, erbot sich aber, wenn der Bischof taug-
liche Männer aus seinem Gefolge ihm überlassen, oder aus Polen
berufen würde, dieselben in den Orden aufzunehmen, mit dem Geiste
und mit den Satzungen desselben bekannt zu machen, und sie dann,
wenn sie erprobt seyen, ohne Verzug zu ihm zurückkehren zu lassen.
Ivo wählte in dieser Absicht aus seinem Gefolge den Hyacinth, den
Leslaus, und den Hermann, einen Deutschen, alle drei Männer von
ausgezeichneter Gottseligkeit, und ganz erglüht für den neuen Beruf,
für den sie bestimmt wurden. Sie empfingen das Ordenskleid, und
bestanden'die Probe mit einem solchen Eifer, daß die gewöhnliche
Zeit derselben für sie abgekürzt wurde. Ausgerüstet mit dem Geiste,
der ihren Vater Dominikus beseelte, traten sie bald darauf die Rück-
reise nach Krakau an. Sie nahmen den Weg durch Kärnthen,
Steyermark, Oesterreich, Mähren und Schlesien, predigten an ver-
schiedenen Orten mit großem Erfolge, und fanden sich durch das
dringende Bitten der Gläubigen veranlaßt, zu Freisach, in Kärnthen,
ein Kloster zu errichten, in welches viele Geistliche eintraten, und bei
welchem Hermann als Oberer zurückblieb.
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen