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,'.,^ Der heilige Ludwiq, Köniq von Frankreich.
Allein eine schrcckliö'e Seucke, die unter denselben cinrisi, und sehr
"iele dahinraffte, brachte eine neue, schwere Prüfung über ihn.
Seine stets über jedes Unglück erhabene Seele sah aber auch in
diesem Uebel die ,s>and eines zärtlichen Vaters der scine Kinder
züchtiget, lind sie auf dem Wege der Demuth zu einigen sucht. Er
behandelte die Kranken mit einer wahrhaft bewunderungswürdigen
Sorgfalt lind Güte; indem er sie besuchte, tröstete und bediente,
nicht, achtend die Gefahr, der er sich selbst dabei aussetzte. 'Nach:
dem die Seuebe aufgebort halte , verweilte er noch längere Zeit in
Palästina, und wendete mit grosirm Eifer ftine Klugheit und seine
Maä't zur Erleichterung der Christe» an, die ihn dafür als ihren
Vater segnete». Einige s.-jner Begleite»' kehrten nack Frankrei^ 'i»
rück. B-'i dieser <^c!egenhe,t schrieb rr den nierkwürdigen Brief über
seine Gefangenschaft uud BeNeiung, der noch vorbanden ist, und
von dem ein neuer Geschichtschreiber' sagt: ,,Dieser Brief ist ein köst^
licl-eo Denkmal, worin ,uan so edle und l!,ristliche Besinnungen fi»
det, und eine so erbabene (5,nfaä'!'eit, das, man uuwiderstchlich an-
erkennen muf!, so könne nur ein vom Geiftc Gottes !.^seclter König
sprechen.'-
Am 1. Dezember ,25.2 starb die gottselige Blanka, die Mut-
ter des heiligen Ludwigs, der, als er die Nachricht davon erhielt,
im ersten Schmerzgefühl e,nen Strom von Thränen vergoß, dann
aber sich niederwarf vor dem Herrn über '^eben imd Tod, und
sprach: Ich danke dir, o me,u l^ott, dass du mir bis jetzt eine
meiner gan:en '^lebe würdige Mutter er!,a!ten hast. Sie war ein
Geschenk d.mer Barmher^igtett: dn nimmst es a!ö dein Eigenthum
zurück, und ich habe mick darüber nicht zu klagen. Es ist wahr,
ich liebte sie zärtlich: da es dir gefallt, sie mir wegzunehmen, so
sev dein heiliger Name gepriesen in alle Ewigkeit. — Nun machte
er Anstalten nach Frankreich, daS er vor beinahe sechs Jahren vett
lassen hatte, zurückzukehren. Nach einer besebwerüchen Schifffahrt,
bei der zweimal der Schiffbruch unvermeidlich schien, dessen gnädige
Abwendung von allem Schiffsvolke nur dem inbrünstigen Gebethe
des frommen Königs zugeschrieben wurde, langte er endlich am 5>,
September 1254 auf dem Schlosse z» Vincenncs an, und hielt ei:
nige Tage darauf, nachdem er vorerst in der Kirche zu St. Dcnis
Gott seineu Dank dargebracht hatte, seinen Einzug in Paris, unter
lautem Jubel seines Volkes, das sich an seinem Anblicke nicht sätti-
gen konnte. Kaum hatte er sich von den Beschwerden der Reise
erholt, als er sich mit gewohntem Eifer den Staategeschäften, und
dem Wohle seiner gellebten Unterthanen wieder widmete. Die
Rechtspflege, eine der theuersten Pflichten guter Könige, war der
Hauptgegenstand seiner Sorgen. Er ließ eine Verordnung voll
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen