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Am 7. März. 547
Schriften zur Erklärung und Vertheidigung der göttlichen Wahrheit,
und zur Erbauung der Gläubigen. Der Papst wollte ihn zum all-
gemeinen Dienst der Kirche gebrauchen, berief ihn deßhalb nach Rom,
hieß ihn öffentliche Vorlesungen halten, und gab ihm von Zeit zu
Zeit Anlaß, über sehr wichtige Sachen schriftlich zu arbeiten, zumal
in dem eben unternommenen Geschäfte der Vereinigung der Griechen
mit der römischen Kirche. Er widerlegte sehr gründlich die irrleh-
renden Griechen — nur aus ihren eigenen Vätern, und nicht weni-
ger gründlich bekämpfte er die Irrthümer der Juden. Als er er-
fuhr, wie sekr die Tugend durch die Schriften eines gewissen Auer-
roes, der sich einen Weltweisen nannte, verführt werde, verfaßte er
eine Gegenschrift, i» welcher er den stolzen Philosophen auf eine,
für je^cn Unbefangenen, überzeugende Weise zu Jesus Ehristus in
die Schule führte, das von ihm ausgestreute Gift aufdeckte, und die
Jugend vor demselben väterlich warnte.
Papst Clemens Zollte dem englischen Lehrer, dem er, wie sein
Vorfahrer, mit großem Vertrauen zugethan war, auf den erzbischöf-
lichen Stuhl von Neapel erheben. Allein dieser zog die Armuth
seines Ordens dem Reichthume eines glänzenden Erzdisthums vor;
schlug daher die Würde aus, und bat den Papst, ihn für immer
mit jeder Beförderung zu verschonen. Hätte er das Erzbisthum an-
genommen, so würde es ihm kaum möglich gewesen seyn, das ange-
fangene große Werk ftie theologische Summe) zum Unterrichte der
Christgläufigen zu vollenden. Thomas kam auf einige Zeit wieder nach
Paris, wo er im Jahre 126!) bei dem Generalkapitel seines Ordens
zugegen war, und die theologischen Vorlesungen bis zum Jahre
1272 fortgesetzt zu haben scheint, darauf nach Neapel, wo er wäh-
rend seines kurzen Aufenthaltes mehrere Schriften verfaßte, und nach
der Verfügung seiner Obern ebenfalls öffentliche Vorlesungen hielt.
Im Wintermonate des Jahrs 1273 kam Papst Gregor X. nach
Lyon, in der Absicht, einen Kirchcnratb zu halten, zu welchem auch
der heilige Thomas berufen, auf der Reise aber krank wurde. Er
mußte deßhalb in der Cisterzier.ser-Abtei Fossa nova, in der Cam-
pagna, bleiben, wo er von den Mönchen mit großer Verehrung auf-
genommen, und sehr liebevoll behandelt wurde. Es ward ihm auch
der Trost, daselbst einige seiner Mitbrüder anzutreffen. Zu feinem
Reisegefährten Reginald sagte er, gleich nach dem Eintritte in's
Kloster, die Worte des Psalmistcn: „Dieß ist mein Ruheort auf im-
mer. Hier will ich wohnen; denn ich habe ihn mir auserwählt,«
andeutend, daß er hier seinen Tod erwarte. Er wurde sehr sorg-
faltig bedient; denn die Mönche schätzten sich glücklich, den hochver-
ehrten Lehrer in ihrer Mitte zu haben. Zum dankbaren Andenken
übergab Thomas ihnen eine kurze Erklärung des hohen Liedes, die
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen