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548 Der heilige Bonaventura, Cardinal:c.
er, so schwach er auch schon war, v^faßte. Die Krankheit nahm
zu; er bat um die heilige Wegzehrung, die der Abt, begleitet von
allen Mönchen des Klosters, ihm reichte. Vor Empfang derselben
legte cr das Glaubensbekcnntniß ab, erklärte mit innigster Rührung
das Altarssakramcnt, betheuerte, nie etwas in einer andern Absicht
gelernt, gelehrt und geschrieben zu haben, als um die Wahrheit zu
erkennen und zu lehren; opferte Gott alle seine Arbeiten auf, und
bat um Vergebung, wenn er irgendwo geirrt haben sollte, und un-
terwarf alle seine Schriften dem Urtheile der heiligen Kirche. Sein
Sinn blieb fortwahrend auf Gott gerichtet, und sein Angesicht offen:
barte die freudige Sehnsucht nach dem himmlischen Paradiese. Am
folgenden Tage empfing er die letzte Oelung, und entschlief bald
darauf in den Armen seiner Brüder, die von Neapel nach Foffa
nova gekommen waren — am 7. März 1274. Sein Leichnam
wurde sehr feierlich in die Kirche beerdigt. Gott ließ an seinem
Grabe verschiedene Wunder geschehen.
Der heilige Bonavmtura,
C a r d i n a l u n d B i s c h o f v o n A l b a n o .
(Am 14. Juli.)
Der heilige Bonavcntura war durch sein edel großes Wirken,
und seine unsterblichen Werke eines der glänzendsten Lichter der
abendländischen Kirche, eine der ersten und höchsten Zierden im ,^ ?r-
den des heiligen Franziscus Seraphikus (den er noch persönlich
kannte, und dessen wunderbare Leidensgeschichte er schrieb), die Be-
wunderung der größten Gelehrten und der Heiligen seiner Zeit.
Wegen seiner gotterfüllten Werke verehrt die Kirche ihn unter dem
Namen des seraphischen Doktors. Er wurde im Jahre 122 l in
dem kleinen Städtchen Bagnarca im Kirchenstaate, von altadeligen
und reichen Eltern aus dem Hause Fidanza geboren. — Die mei-
sten Schriftsteller erzählen, daß er den Namen Bonaventura von
einem Wunder erhielt, das der heilige Franz von Assis an ihm
wirkte. Als er nämlich im vierten Jahre seines Alters erkrankte,
und keine ärztliche Hilfe ihn zu retten vermochte, nahm seine Mut-
ter ihre Zuflucht zu dem großen heiligen Ordensstifter, der, von ih-
ren Thränen gerührt, ein stammendes Gebeth für die Gesundheit des
Knäbleins zum Herrn sandte, und nach dessen plötzlicher Genesung
ausrief: „o kana venUli-«, — o glückliches Eceignip!" durch wel-
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen