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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
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560 Der heilige Ludwig, Bischof von Toulouse. einer langen und ernsten Vorbereitung, legte sie mit unbeschreiblicher Zerknirschung eine Gencralbeicht ab, empfing darauf, zum Zeich.'» des Anerkenntnisses ihrer großen Strafwürdigkeit, mit einem Stricke um den Hals, das hochheilige Sakrament des Altars, und ward nun beruhiget und getröstet durch den, der gefagt hat: „Kommet zu mir, ich will euch erquicken." Sie verharrte im Geiste heiliger Liebe, inniger Gottesfurcht, inbrünstiger Andacht, tiefer Demuth, u>n crschüttcrlichcr Geduld, und strenger Buße bis au's Ende ihres Le- bens, welches erfolgte am 12. Februar 1297. -— Ihre Leiche wurde zu Cortona begraben, und das Grab durch Wunder verherrlichet, weßwegcn Papst Leo X. die Feier ihrer jährlichen Gedächtniß in der Stadt und in der Diözese Lortona bewilligte. Der heilige Ludwig, Bischof von Toulouse. (Am 19. August.) Der heilige Ludwig, Bischof von Toulouse, auch Ludwig von Marseille genannt, weil er in dieser Stadt begraben wurde, war ein Sohn Karl I I . , Königs von Neapel und Sicilien, und der Ma- ria, einer Tochter des ungarischen Königs Stephanus V. Von vä- terlicher Seite hatte er zum Oheim den Karl von Anjou, nachher König von Sicilien, und zum Großoheim den heiligen Ludwig, Kö- nig von Frankreich, der sein Taufpathe gewesen, und ihm seinen Namen gegeben haben soll. Von mütterlicher Seite war er ein Neffe der heiligen Elisabeth von Ungarn. Er wurde im Jahre 1274 zu Brignoles in der Provence geboren, hatte neun Brüder, und fünf Schwestern. Von Kindheit an zeichnete er sich vor den Uebrigcn durch einen frommen Sinn, und durch einen Ernst aus, der sonst dem zarten Alter nicht eigen zu seyn pflegt. Seine Name war ihm ein fortwährendes Erinnerungsmittel an seinen heiligen Großoheim, dessen Gottesfurcht und Tugend er sich, hiezu angeleitet von seiner frommen Mutter, zum Vorbilde machte. Sein liebster Erholungsort war die Kirche, und seine angenehmste Unterhaltung der Umgang mit Gott in kindlichem Gebethe. Er genoß zwar auch der sinnlichen Ergötzlichkeiten, wählte aber gerne, wenn es von ihm abhing, solche, wodurch sein Körper und Geist zugleich gestärkt wur- den. Schon in einem Alter von sieben Jahren übte er freiwillige körperliche Abtöotungen, indem er oft auf einer, neben seinem Bette auf den Boden ausgebreiteten Decke schlief, sich Abbruch an Speisen
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Titel
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Untertitel
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Band
2
Autor
Anton Mätzler
Verlag
Landshut Verlag
Ort
Wien
Datum
1840
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.8 x 16.9 cm
Seiten
982
Schlagwörter
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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