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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
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576 Der heilige Rochus, Bekenner. eckelhaften Krankendienste nicht gewachsen sey, so fühlt und bedauert er zwar die Mängel seiner Erziehung, zweifelt aber nicht, sie durch Muth und Entschioffenheit verbessern zu können. Die Liebe stärkt den Schwachen. — Will man ihn von der Krankenpflege dadurch abhalten, daß man ihm sagt, er sen ein edler Herr, es gezieme sich nicht, daß der Sohn einer so vornehmen Familie sich solch niedrigen und verächtlichen Geschäften unterziehe, so verachtet er die Sprache des Stolzes und der Schmeichelei; denn er weiß, daß nicht die Ge- burt, sondern die Tugend den wahren Adel gibt, und daß eü unter keines Menschen Würde ist, Nächstenliebe auszuüben. — Läßt man ihn endlich bedenken, daß er in einem solchen Seuchenhause sein junges Leben der augenscheinlichsten Gefahr aussetze, so ant: wortet er, wie ein würdiger Jünger Jesu: „Mein Herr starb auch für mich!" Da die Pest in Italien nachgelassen hatte, kehrte der heilige Rochus nach Frankreich, in sein Vaterland, zurück; aber selbst von diesem Gifte angesteckt. Und wie freute er sich, seine Liebesdienste mit diesem Lohne gekrönt zu sehen! Die tödtlichen Wirkungen des Pestgiftes äußerten sich bald an ihm. Aber je heimlicher seine Krankheit war, je hilfloser man ihn schmachten ließ, desto unerschüt- terlicher war seine Standhaftigkeit, desto unüberwindlicher seine Ge- duld , desto fester seine Hoffnung und sein Vertrauen auf Gott. Undank konnte seine Liebe zu den Nebenmenschen nicht schwächen; Spott tonnte ihn nicht zum Zorne reizen; Beleidigung ihn nicht be- leidigen. Er blieb sich immer gleich; ja, er übertraf sich, so zu sa- gen, selbst. Um Niemanden beschwerlich zu fallen, sonderte er sich von allen Menschen ab, schleppt seine mürben Glieder in eine ein- same, schlechte Hütte, und erwartet da, aller menschlichen Hilfe be- raubt, sein Ende, welches in das Jahr 1327 gesetzt wird. „Hätte ich die Liebe nicht, so wäre ich nichts." 1. Kor. 13, 2. Die heilige Iuliana von Falconieri, Jungfrau. (Am IU. Ium.) Die zwei Brüder, Alexius und Carissinus Falkonieri, widmeten sich, obgleich sie von hohem Adel waren, zu Florenz der Handlung, und vermehrttn durch den glücklichen Fortgang derselben die großen Reichthümer, die sie besaßen. Im Genusse eines glänzenden Erden-
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Titel
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Untertitel
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Band
2
Autor
Anton Mätzler
Verlag
Landshut Verlag
Ort
Wien
Datum
1840
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.8 x 16.9 cm
Seiten
982
Schlagwörter
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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