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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
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Am 27. Februar. 581 Gott zu weihen. Du bist also nun für den Dienst des Herrn da. Bedenke, ob deine bisherige Lebensweise mit dieser Bestimmung über: einkommt!" Dicse, durch Seufzer und Thränen unterbrochene Rede der Mutter erschütterte den jungen Corsini, und machte einen so tie- fen Eindruck auf ihn, daß cr auf der Stelle in die Kirche der Car- meliter ging, sich dort vor dem Altar der Muttergottes auf seine Kniee warf, und bethete. Gottes erbarmende Gnade ergriff ihn so machtig, daß er nicht nur semc Lebcnsdefferung gelobte, sondern auch den Entschluß faßte, in den Orden der Carmcliter zu treten, ohne wieder zu seinen Eltern zurückzukehren. Er ging ins Kloster, und bat um die Ausnahme, die ihm, nach gehöriger Prüfung seines Be- rufes, bewilliget wurde. Im Jahre 1^18 empfing er das Ordens- kleid. Wahrend des Noviziates hatte er schwere Kampfe zu beste- hen. Seine eigenen sinnlichen Neigungen verlangten oft, und mit Ungestüm die vorige Befriedigung; die Genoffen seiner Ausschweifun- gen ließen nichts unversucht, üin in ihn' Gemeinschaft zurückzubrin- gen; und selbst sein Oheim bemühte sich, wegen Familienrücksichten, ihn dcm Kloster wieder zu entreißen. Er aber besiegte durch Ge- beth und Werke der Abtödtung seine Sinnlichkeit, widerstand muth- voll, sowohl den reizenden Lockungen seiner Genoffen, als den viel versprechenden seines Oheims. Er beharrte unerschütterlich auf dem schon einmal gefaßten Entschluß, und legte, nach übcrstandener Probezeit, die feierlichen Gelübde ab. Nie mehr verlor er seinen ersten Eifer, und es gelang ihm, alle seine Leidenschaften durch Ue- bung der entgegengesetzten Tugenden zu bezähmen. Er liebte das Gebeth, das Stillschweigen, die Demuth, und erstrebte die höchste Stufe des Gehorsames. In Erlernung der geistlichen Wissenschaf- ten, zumal der heiligen Schriften, machte er die glänzendsten Fort- schritte, uud wurde deßhalb im Jahre 12^8 zum Priester geweiht. Seine Eltern machten große Anstalten zur festlichen Feier seiner er- sten heiligen Mcffe. Allein sein demüthiger Sinn widerstrebte allem Gepränge; er zog sich daher in ein kleines Kloster zurück, welches sieben Meilen von Florenz entfernt lag, wo er von Niemanden er- kannt, zum erstenmale das hochheilige Opfer entrichtete —- mit jener unbeschreiblichen Geistessammlung und erglühten Andacht, die in der Folge immer von Jedermann, der ihn am Altare sah, bewun- dert wurde. Nach der Anordnung seiner Eltern widmete sich Andreas einige Zeit dem Predigtamte, und wurde darauf von denselben nach Paris geschickt, wo er drei Jahre sich den Wissenschaften widmete, und ei- nige Ehrengrade erlangte. Nachher setzte er zu Avignon zugleich mit seinem Oheim, dem Cardinal Corsini, die Bemühungen in den Wissenschaften fort. Nicht lange darauf, als er nach Florenz wie-
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Titel
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Untertitel
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Band
2
Autor
Anton Mätzler
Verlag
Landshut Verlag
Ort
Wien
Datum
1840
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.8 x 16.9 cm
Seiten
982
Schlagwörter
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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