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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
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Am 30. April. 585 sey, allen nach Kräften freudig zu dienen; wenn man sie aber auch aus dem Hause stoßen werde, ihren Entschluß nicht andere; indem sie Gott mehr, als den Menschen gehorchen muffe, und an Jesu einen so reichen und machtigen Bräutigam habe, den sie in keinem Falle werde verlassen, oder dem Mangel Preis geben. Alle wurden durch diese Erklärung tief gerührt. Der Vater redete freundlich mit ihr, stärkte sie in ihrem guten Sinne, und sagte zu den Andern, man solle der Tochter ferner nicht mehr hinderlich scnn, ihrem Bräu- tigam, ,'vie sie es wünsche, zu dienen, und für Alle ohne Unterlaß zu bethen. Catharina bat um das einsame Kämmerlein, das ihr entzogen worden war, um sich mit Gott allein beschäftigen, und in der Gottseligkeit ungestört üben zu können. Es wurde ihr bewilli- get. Mit der Andacht verband sie sehr strenge, körperliche Abtöd- tung, worüber ihre Mutter Lapa sehr oft zürnte. Bald darauf im Jahre 1367 vereinigte sich Catharina mit dem dritten Orden des heiligen Dominikus, d. i. mit jenen Mitgliedern des Dominikaneror- dcns, welche in ihrem eigenen Hause und Kämmerlein wohnten, am Sonntag in der Kirche an einem besondern Orte zusammen kamen, und sich durch Befolgung der besondern Satzungen, die ihnen vor- geschrieben waren, zu vervollkommnen strebten. Durch die Verbin: düng mit dieser Gesellschaft fühlte sie sich auf ein neues angeregt, ihr Herz rein zu bewahren. In dieser Absicht beobachtete sie drei Jahre ein so strenges Stillschweigen, daß sie mit Niemand, als mit ihrem Beichtvater redete; ihr Kämmerlcin nie verließ, als wenn sie in die Kirche ging, und nicht bloß den ganzen Tag, sondern auch den größten Theil der Nacht im vertraulichen Umgänge mit Gott durch Gebeth und Betrachtung zubrachte. Nachdem die fromme Dienerin Gottes in dreijähriger Einsam- keit ihren Geist gckräftiget hatte, glaubte sie wieder unter die Men- schen gehen, ihnen nützlich werden, und an derselben Seelenheil ar- beiten zu muffen. Sie fing nun wieder an, die Haus: und Küchen- arbeiten zu verrichten, und Gott, dem es wohlgefiel, ließ gerade um diese Zeit die Hausmagd öfters krank werden, wcßwegen Latharina die größte Last der häuslichen Geschäfte allein tragen, und noch dazu der Magd dienen mußte. Sie that's eben so gerne, als emsig, und erhielt dabei immer ihren Geist im Umgänge mit Gott. Mit Bewilligung der Eltern theilte sie jetzt auch den Armen reichlich mit, und erquickte die Kranken, obgleich sie selbst kränklich war, und oft liegen mußte. Gerne diente sie solchen Armen und Kranken, die von Jedermann verlassen waren. Dabei that sie mit heldenmüthiger Ueberwindung gerade das am liebsten, wovor ihrer zärtlichen Natur am meisten cckeltc, nicht achtend Undank und Spott, die ihr oft zu Theil wurden. Eine alte Person, Palmcrina mit Namen, hatte,
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Titel
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Untertitel
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Band
2
Autor
Anton Mätzler
Verlag
Landshut Verlag
Ort
Wien
Datum
1840
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.8 x 16.9 cm
Seiten
982
Schlagwörter
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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