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5)96 Der heilige Vincentius Ferrerus, Mönch :c.
ihn zur Würde eines Kardinals und Bischofs erheben; allein dazu
konnte er die Einstimmung des frommen demüthigen Mannes auf
keine Weift erhalten; vielmehr seufzte dieser fortwahrend um seine
gänzliche Entlassung, um sich ungetheilt dem Prcdigtamtc widmen
zu können. Durch die Veränderung, welche in Aviqnon sich ereig-
nete, ward ihm gewahrt, was er so sehnlich wünschte. Mit päpst-
licher Vollmacht versehen, trat er den apostolischen Beruf als Mist
sionar an, verfügte sich nach Catalonien, predigte auf der Reise da:
hin aller Orten, und bewirkte viele Bekehrungen. In Catalonien
verweilte er in den Jahren 1398 und 1399. Der Zulauf zu sei:
nen Predigten war sehr groß, und eben so segensreich der Erfolg
derselben. Selbst auf die Muselmänner, Juden und Ketzer machten
sie, weil er die Irrthümer aufdeckte und widerlegte, tiefen Eindruck.
Aus Catalonien übertrug Vincentius im Jahre 1400 seine Mission
in die Provence, dann nach Piemont, und endlich in das Delphi-
nat, wo er in den zum Kirchensprengel zu Februn gehörigen drei
Thälern predigte, und die meisten Irrgläubigen bekehrte. Bald
darauf verkündigte er die göttliche Lehre in Savoyen, kam auf Ver-
langen des Bischofs zu Lausanne in die Schweiz, hierauf nach
Deutschland und nach Lothringen. Ucberall ließ er segensvolle Spu-
ren seines heiligen Eifers zurück.
Im Jahre 1405 wurde er von Benedikt X l l l . nach Genua
berufen. Nachdem er sich daselbst einen Monat aufgehalten hatte,
besuchte er die Bewohner der genuesischen Küste, ermähnte sie zur
Buße, und spendete ihnen Worte des ewigen Lebens. Gleiches that
er in verschiedenen Orten Frankreichs, welches er bald darauf durch-
wanderte. Er kam bis nach Flandern. Auf den Ruf des Königs
Heinrich reiste nach England, und bewirkte auch da, so wie in
Schottland und Irland, sehr viele und große Bekehrungen. Zurück-
gekehrt nach Frankreich, predigte er in Gasconien, und im Gebiete
von Poitiers. Gegen das Ende des Jahres 1407 befand er sich
in der Provinz Auvergne, und hielt in der Adventzeit seine Mission
in der Stadt Clermont. Den größten Theil des nächstfolgenden
Jahres verweilte er zu Lyon und zu Air. Im November desselben
Jahres kam er nach Marseille, wo er sich nach Granada einschiffte.
Der König dieses Reiches erlaubte ihm, die evangelischen Wahrhei-
ten seinen heidnischen Völkern zu verkündigen. Mit glühendem Ei-
fer benutzte er diese Erlaubniß. Gott segnete sein apostolisches Be-
mühen , indem er das heilige Wort durch verschiedene Wunder be-
stätigt.?. Sehr viele Muselmänner traten durch die Taufe in die
Kirche Jesu (ihristi. Aber bald nahmen di? Vornehmsten des Rei-
ches, ,welche der christliche» Religion abhold waren, von den zahl-
reichen Bekehrungen Anlaß, den christlichen Prediger bei dem Könige
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen