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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
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«04 Der heilige Laurentius Iustinianus :c. brachte er am Fuße des Altares im Gebethe zu. Das Nämliche that er auch in der Nacht vor Empfang der bischöflichen Weihe, um die Gnade des Himmels für sich zu erflehen. Er war, wie selbst ein Nichtkatholik bezeugt, ein bewunderungswürdiger Mann durch seine aufrichtige Frömmigkeit gegen Gott, durch seinen glühen- den Eifer für die Ehre Gottes, und durch scine außerordentliche Liebe gegen die Armen. Er unterließ nichts von seiner im Kloster bisher geübten Bußstrengc. Sein beharrliches Gebeth erwarb ihm jene himmlische Erleuchtung und jcne unüberwindliche Festigkeit, de- ren Gepräge sein ganzer Lebenswandel an sich trug. Unermüdcl suchte er überalt Einigkeit und Eintracht herzustellen, ausbrcchendc Mißhelligkcitcn beizulegen, die erbitterten Gemüther zu besänftigen, und die getrennten Familien auszusöhnen. Die innere Einrichtung seines Hauses war sehr einfach, und da man ihm vorstellte: er sey seiner Geburt und seiner Würde einigen Glanz schuldig, antwortctc er: die Tugend allein sey der Schmuck dcs bischöflichen Amtes, und ein Oberhirt dürfe keine andere Familie haben, als die Armcn sci- nes Sprengels. Seine ganze Hausgcnossenschaft bcstand aus fünf Personen. Er speiste auf irdenem Geschirre. Scinc Liegerstätte war ein ärmlich bedeckter Strohsack, und sein Kleid ein gemeiner Talar. Durch die Strenge mit sich selbst, verbunden mit freund!,- cher Leutseligkeit und Milde gegen Andere, erwarb er sich die allge- meine Verehrung, und einen solchen Einfluß auf die Herzen, daß es ihm leicht war, verschiedene Mißbrauche abzustellen, sowohl bei dcr Geistlichkeit, als bei dem Volke. Wenn manchmal die Ausführung seiner frommen Unternehmungen Anfangs Schwierigkeiten fand, so wußte er sie durch Sanftmuth und Gcduld zu besiegen. Sein Ei- fer gegen die Schauspiele zog ihm einige Feinde zu, die ihn läster- ten und der Heuchelei beschuldigten; er aber schwieg, und duldete nach dem Vorbilde seines göttlichen Meisters. Papst Nikolaus V., welcher, wie sein Vorgänger Eugen, dem heiligen Laurcntius vertrauensvolle Verehrung bewies, suchte wcrk- thätige Proben seiner Wohlgcwogenheit ihm zu geben. Dazu bot eine erwünschte Gelegenheit der im Jahre 1451 erfolgte Tod des Patriarchen von Grado, Dominikus Michelli. Er übertrug die Patriarchenwürde auf den bischöflichen Stuhl zu Venedig, um den allgemein verehrten Bischof Lauientius mit derselben zu zieren. Die- scr, nachdem er vergeblich eine lange Zeit widerstrebt hatte, sah sich als einen Diener Jesu an, auf dem wieder eine neue Pflicht laste, mit allem Eifer an dem Wachsthume des Reiches Gottes, und an der Heiligung der ihm anvertrauten Seelen zu arbeiten. An ihm zeigte sich, was heiliger Eifer in hohen Aemtern vermöge. Lauren- tius war vier und siebcnzig Jahre alt, als er von einem heftigen
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Titel
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Untertitel
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Band
2
Autor
Anton Mätzler
Verlag
Landshut Verlag
Ort
Wien
Datum
1840
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.8 x 16.9 cm
Seiten
982
Schlagwörter
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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