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608 Der heilige Johannes Capistranus :c.
gutem Erfolge in mehreren Versammlungen der Reichsfürsten. Die
Gefahr war sehr dringend, als Mahumed cinc mächtige, mit aller
Nothdurft für Landeseroberung versehene Armee nach Ungarn hinauf:
färhte, und Belgrad (griechisch Weißenburg) bedrohte. Papst Cal-
lixt, der im Jahre 1455> dem Nikolaus auf dem heiligen Stuhle
gefolgt war, befahl dem Johann, den Kreuzzug gegen den allgemci:
nen Feind der Christenheit nach Kräften zu betreiben. Der König
Ladislaus entfloh von Nicn; allein der tapfere Johann Corvin, ge-
wöhnlich Huniadas genannt, Woiwodc von Siebenbürgen, und Statt:
Halter von Ungarn, der unter Amurat die Türken sehr oft geschla-
gen hatte, vereinigte so schnell als möglich alle seine Truppen. Zu-
gleich ließ er den Johann von Capistran bitten, den Marsch der
Kreuzfahrer zu beschleunigen. Was dieser geleistet, und wie er sich
selbst aufgeopfert habe, entnehmen wir aus einem Schreiben vom
iu. Februar 1457 , welches seinen Gefährten Johann Taliacotius
zum Verfasser hat. In demselben heißt es: „Dieser heldenmüthige
Kämpfer Christi, Johann von Capistran, ward vom römischen Papste
Calixtus berufen, durch eifriges Predigen die Christen zur Annahme
des Kreuzes, und zum Feldzuge gegen den Feind des christlichen
Glaubens, zu bereden. In diesem Geschäfte hat er so viele Arbeit,
so große Mühe und Ungclegenheit sich aufgebürdet mit Hin- und
Herlaufen, Predigen, Ermähnen, Einschreiben und Bezeichnen der
Soldaten, daß sich Jedermann hoch darüber verwundern mußte; da-
her ihn Einige einen Heiligen, Andere einen Apostel, Andere einen
Engel Gottes nannten." Da Mahumed die Stadt und das Schloß
griechisch Weißenburg (Belgrad) wirklich belagerte, ließ sich Johan-
nes sogar als einen Soldaten brauchen, und ertrug so viele Arbeit
und Ungemach, als einer der muthigsten und frischesten Jünglinge.
Er war der mit dem Kreuze bezeichnete Führer, Oberster, Comman-
dant und Alles. Niemanden als ihm, wollte der Krcuzsoldat ge-
horchen. Vorzüglich lag ihm die Vertheidigung der Festung ob.
Daher war er rastlos; verrichtete unnennbare Arbeit; fand sich bald
zu Fuß, bald zu Pferd mit Schweiß überronnen, nüchtern, unermü-
det Tag und Nacht in dem christlichen Lager bald da, bald dort,
gleich einem Blitze ein. Seine Gefährten, obschon sie noch jung
und bei guten Kräften waren, hat er alle müde gemacht, und an
Arbeit übertroffen. Auch aus den Soldaten konnte keiner ihm gleich
kommen. Die ungeheueren, fast unglaublichen Anstrengungen des
heldenmnthigen Mannes blieben jedoch nicht ohne gesegnete Folgen
für den Krieg. Die Türken erlitten eine dreimalige Niederlage vor
Belgrad, und Johannes hat hiezu ritterlich das Seinige beigetragen.
Vorerst erschienen die Türken mit einer ziemlichen Anzahl Galeeren
und verschiedenen andern Schiffen, mit welchen sie die Donau be-
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen