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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
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Am i i . März. 615 Evangeliums, so sehr bereichern kann." Seinen Ministern, die ihm vorstellten, daß er seine Wohlthätigkeit beschränken, und die bis da- her zu diesem Zwecke verwendeten Summen auf Festungen, auf Mi- litär, und auf Belohnungen seiner Diener verwenden solle, erwiderte er: daß er keine starkem Festungen, keine tapferere Sold-ten, und keine getreuere Diener kenne, als die Armen, deren Schutze er ruhig sein ganzes Reich anvertraue. Er hatte nämlich die fromme Ueber- zeugung, daß, wer Gottes Kinder schützet, auf Gottes Schutz zuver- läßig bauen dürfe. Einst ward er von einem fremden Gesandten befragt, ob er auch Jagdhunde habe? »Sehr viele," antwortete der Herzog, und versprach am nächsten Tage sie ihm zu zeigen. Der Gesandte kam zur festgesetzten Stunde. Amadeus führte ihn in ein Gemach, von welchem man den Schloßhof übersehen konnte. Da war eine große Tafel eben so reichlich mit Speisen, als zahl- reich mit Armen besetzt. Amadeus zeigte auf sie hin, und sprach: „Dieß sind die Jagdhunde, mit denen ich in diesem Leben mich des Himmels zu bemächtigen hoffe." Der Gesandte bemerkte: es gäbe viele unverschämte Menschen, welche sich für arm ausgeben, und lie- ber von Almosen leben, als durch die Arbeit ibrcr Hände den nöthi- gen Lebensunterhalt erwerben wollen. Der fromme Herzog erwie- derte : -,Darübcr möchte ich nicht gcrne ängstliche Untersuchun- gen anstellen, denn wenn Gott eben so genau unser Thun beach- ten, und jede Handlung schonungslos ahnden wollte, so würde er nicht so freigebig unzählige Wohlthaten uns fortwährend zukommen lassen.« Am Hofe des Amadeus herrschte jener Glanz, welcher seiner Würde angemessen war. Nicht geduldet ward aber an demselben Ucberfluß und schwelgerische Verschwendung, noch viel weniger Aus- gelassenheit und sündhaftes Wesen. Wer diesem sich überließ, wurde ohne Nachsicht entfernt. Durch eigene Sparsamkeit und durch ge- treue Verwaltung von Seite der Diener ward es dem Herzoge, un- ter Gottes segnendem Beistände, ..möglich, die Staatskassa, die bei seinem Regierungsantritte erschöpft war, nach und nach in besseren Stand zu stellen, die Unterthanen zu erleichtern, seinen Brüdern und Schwestern standesmäßige Versorgung zu verschaffen, und darüber noch so Vieles zu Zwecken der Wohlthätigkeit und Frömmigkeit zu verwenden. Die Ehe des Amadeus und der Iolanta, die fortwäh- rend in wahrer christlicher Eintracht lebten, ward von Gott gesegnet mit sechs Söhnen, und drei Töchtern. Einige derselben starben in der ersten Blüthe ihres Alters, und die andern erhielten von ihren Eltern das köstlichste Erbtheil — Gottesfurcht und Tugend. Amadeus war erst sieben und dreißig Jahre alt, als eine schwere Krankheit ihn an das nahe Ende seiner irdischen Laufbahn
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Titel
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Untertitel
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Band
2
Autor
Anton Mätzler
Verlag
Landshut Verlag
Ort
Wien
Datum
1840
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.8 x 16.9 cm
Seiten
982
Schlagwörter
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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