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626 Die heiligen Märtyrer von Dtranto.
Mit lauter Stimme riefen Alle ihm entgegen, daß sie hiezu fest cnt-
schloffen seyen. Kaum war dieser rührende Auftritt vorüber, als
schon die Barbaren, die mittlerweile die Stadt erobert hatten, mit
wilder Wuth in die Milche I>iiie,„stürmten, und den frommen Erzbi-
schof, als er eben in die Sakristei gehen wollte, tödtetcn.
Achmed wollte nicht in die Stadt gehm, bevor die mit Leichen
angefüllten Gassen derselben gereiniget wären. (5r blieb im Lager
außer der Stadt, und befahl, das; die gefangenen Männer dahin ge-
bracht, und ihm vorgestellt werben sollten. Bei 800 wurden in's
Lager geführt. Durch einen Dollmetscher ließ er sie auffordern, dem
christlichen Glauben zu entsagen, und zur Lehre Muhameds sich zu
bekennen; versprach ihnen, wenn ste es thun würden, ihres LebenS
zu schonen, und ihre Leiber und Rinder, nebst allcm andern (5igen-
thume ihnen zurückzugeben; drohte ihnen aber auch, wen» sie es zu
thun sich weigern würden, den unvermeidlichen ^od; denn so fordere
es, sagte er, das Gesetz.
Der Dollmetfchcr war ein abtrünmger Christ, der durch man-
cherlei Scheingründe die christlichen Helden ;u gleichem Abfalle zu
bewegen versuchte. An der Spitze dieser und zunächst bei dem Pa?
scha stand der Greis AntonniS Grimaldus, nach (5'inigen ein Tuch.-
schecrcr, nach Andern ein Schuster. Cr nahm das Wort, und er:
klärte mit edlem Muthe, daß sie Alle Jesum (5!>risium, den Sohn
Gottes, alo ihren Herrn und alo wahren Gott erkennen, und lieber
tausendmal sterben, als ihm entsagen wollen. Darauf wandte er
sich zu seinen Gefährten, und sprach ^u chnei,: ..Brüder! bis daher
haben wir gekampf: fiir unser Vaterland und unser Leoen, als ge:
treue Unterthanen unsers weltlichen Herrn; nun ist der Augenblick
da, daß wir in den Kampf treten s'ur uüsere Seele und für (^hri-
stum. Da dieser am kreuze für u»ü gestorben ist, so ist es billig,
daß wir auch für ihn mit gläubigem Muthe in den Tod gehen.
Durch diesen leidlichen Tod werden wir das ewige Leben und die
Marterkrone erlangen.^ Kaum hatte er zu reden aufgehört, als
seine Gefährten mit (iiner Stimme riefen, daß sie lieber tausendmal,
durch was inimer für eme Todcsart, sterben, alö Christum verlang-
ncn wollen. Achmed ergrimmte, ais dieser bnlschluß der Gefange-
nen ihm verdollmetschi ward. (5r sprach daü Urmeil, daß Alle, und
Grimaldus zuerst, enthauptet werden sollten. Auf seinen Befehl
wurden am 14. August die Bekemier auf die, etwa dreihundert
Schritte von der Stadt entlegene Aüliobe geführt, entkleidet, und
die Hände auf den RucrVn gedunde», je fünfzig und fünfzig an ei-
nem Haufen. Alle schritten freudigen M^theo einher. Einer er-
munterte den andern; der Vater den Sohn, der Sohn den Vater;
der Bruder dcn Bruder, der Freund den Freund, jeder seinen Ge-
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen