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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
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628 Der heilige Casimir, Prinz, von Polen. zog von Lithauen die christliche Religion angenommen hatte, und darauf unter dem Namen Wladislaus, auf den polnischen Königs: thron berufen wurde. In seiner Kindheit schon wurde ihm von der frommen Mutter zarte Liebe zu Gott und zur Tugend eingeflößt. In der Folge war sein Erzieher der Canonicer von Krakau, Johann Dlugloß, auch Longin genannt, ein Mann, der mit großer Fröm- migkeit ausgebreitete Kenntmsse verband, und aus Demuth mehrere Bisthümer ausschlug, die ihm seiner vorzüglichen Verdienste wegen von dem Könige, der ihn sehr hochschätzte, angetragen wurden. Die königlichen Prinzen, und unter ihnen vorzüglich (iasimir, hingen mit so großer Liebe an ihm, daß sie nie von ihm getrennt seyn wollten, und bis zu seinem Tode, der im Jahre 145.0 erfolgte, die zärt- lichste Verehrung ihm bewiesen. Den Bemühungen des braven Dlugloß wird es besonders zugeschrieben, daß das polnische Königs: haus im Rufe der besten Erziehung stand, und sowohl die Prinzen, als Prinzessinnen zu den glänzendsten Bestimmungen berufen wur: den. Dieses vortrefflichen Lehrers machte sich am würdigsten der junge Casimir, der in der Blüthe seiner Jahre mit glühendem Eifer nach immer größeren Fortschritten in der Frömmigkeit und Tugend strebte, und in dieser Absicht strenger Abtödtung sich unterwarf. Weit entfernt von der Pracht und Weichlichkeit, die an den Höfen der Könige gewöhnlich herrschen, sich bethö'ren, oder durch schmeichel: hafte Einflüsterungen seinen frommen Sinn irre leiten zu lassen, liebte er einfache Lebensweise und einfaches Gewand, unter dem er oft ein rauhes Bußkleid trug. Nicht selten schlief er auf der blo- ßen Erde, und vielfältig brachte er einen großen Theil der Nacht in frommer Betrachtung der Leiden des göttlichen Heilandes zu. Fast immer wohnte er in der Frühe der Mette bei, und man fand ihn oft schon lange vorher bethend an der Kirchenthüre. In Allem, und überall, waren sein Blick und Geist auf Gott gerichtet, und der innere Friede seiner Seele leuchtete fortwährend auf seinem hei: teren Angesichte. Die Förderung der Ehre Gottes ging ihm über Alles, daher ward ihm auch Alles ehrwürdig und theuer, was dazu beitrug. Am liebsten verweilte er in der Betrachtung des Geheim: nifses unserer Erlösung, und versäumte deßhalb ohne dringende Ur- sache an keinem Tage der feierlichen Darstellung desselben — der heiligen Messe — beizuwohnen. Da war er immer mit einer An- dacht und Geisteövcrsammlung zugegen, daß seine Secle der sterbli- chen Hülle entschwunden, und schon den Heiligsten von Angesicht zu Angesicht zu schauen schien. Sehr oft sah man ihn, entstammt von der innigsten Liebe, in Thränen zerstießen. Zärtliche Verehrung be: wies er auch der göttlichen Mutter, deren Reinigkeit er sich zum Vorbilde machte, und auf deren Schutz er großes Vertrauen setzte.
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Titel
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Untertitel
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Band
2
Autor
Anton Mätzler
Verlag
Landshut Verlag
Ort
Wien
Datum
1840
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.8 x 16.9 cm
Seiten
982
Schlagwörter
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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