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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
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648 Der heilige Cajetan von Thiena:c. ben künftig einzuwirken, war der Gegenstand seiner heißesten Wünsche, die er Gott in Thräncngebethen sehr oft vortrug, und jetzt auch den frömmsten und weisesten Mannern der Bruderschaft mittheilte. Diese waren mit ihm der Meinung, daß diese Verbesserung nicht anders möglich sey, als wenn jener Geist des Eifers in den Dienern der Religion wieder angefacht werde, von dem die ersten Verkündigcr des Evangeliums beseelt warc». Sk faßten daher den Entschluß, einen Orden regulirtcr Kleriker zu stiften, die in ihrer Lebensweise die Apostel sich zum Muster nehmen sollten. Zur Ausführung dieses Entschlusses verbanden sich mit Lajctan Johann Peter Earaffa, Erz: bischof von Thcate (nachher Papst Paul IV.) , Johann Consigliori, aus dem erlauchten Hause Ghislcri, und Bonifazius von Eolla, ein mailändischer Edelmann. Sie legten dem Papste Clemens VN. ih- rcn Plan vor, der im Jahre 1524 in einer Versammlung der Lar- dinäle geprüft wurde. Der Orden wurde von dem Papste gut ge- heißen, und Laraffa zu dessen ersten Vorsteher erwählt. Er bc- hielt den Titel eines Erzbischofs von Theatc, und daher bekamen die regulirtcn Kleriker, d. h. die durch Gelübde zur Erfüllung der geistlichen Amtsverrichtungen vereinigten Priester den Namen „Thcatiner." Zum Hauptgeschäfte machten sich die Thcatiner die christliche Unterweisung des Volkes, den Beistand der Kranken, die Bekämpfung der Irrthümer, die Beförderung des öftern Empfanges der heiligen Sakramente — bei den Lajen; die Belebung des Geistes der Unei- gennützigkeit, der Regelmäßigkeit und des Eifers, der Liebe zur gründlichen Erkenntniß der Religion, der Ehrfurcht für das Heilige, besonders für die heiligen Sakramente und gottesdienstlichen Ge- bräuche — bei den Geistlichen. Bald offenbarten sich die herrlich- sten Früchte ihres eifervollen Wirkens zu Rom und in ganz Ita- lien. Dadurch und durch dcn Ruf ihrer Heiligkeit wurde die Zahl ihrer Mitarbeiter täglich vermehrt. Anfangs wohnten sie zu Rom in einem Hause, welches dem Bonifazius von Eolla gehörte; da aber dieses zu klein wurde, bezogen sie ein größeres auf dem Monte Pincio. Noch hatten sie keine bestimmte Regel und keine gleichför- mig vorgeschriebene Kleidung. Erst später wurden einige Vorschrif- ten für die Ordensgenossenschaft festgesetzt, und das schwarze Ge- wand für sie angeordnet. Schon im Jahre 1527 drohte dem kaum entstandenen Orden der Untergang. Am ti. Mai dieses Jahres wurde die Stadt Rom von dem Kriegsheere Kaiser Karl V. , unter der Anführung des Lonnctable von Frankreich mit Sturm eingenom- men , und in derselben von den wilden Kriegern eine erschreckliche Verheerung angerichtet. Der Papst und die Cardinäle hatten sich in die Engelsburg zurückgezogen. Die Theatiner opferten sich mit
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Titel
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Untertitel
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Band
2
Autor
Anton Mätzler
Verlag
Landshut Verlag
Ort
Wien
Datum
1840
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.8 x 16.9 cm
Seiten
982
Schlagwörter
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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