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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
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656 Der heilige Johannes von Gott :c. anderer Kleinodien nicht schonten, und sie dem Diener Gottes für die Armen schenkten. Er brachte des Almosens so viel zusammen, daß es weit mehr als genügend war, seine Schulden zu bezahlen, und alle Armen und Trancen seines Hospitals auf lange Zeit zu versorgen. Kaum hatten aber die Armen von Valladolid dieses in Erfahrung gebracht, als sie schaarenweise zu ihm strömten. Er ver- mochte nicht, ihren Bitten zu widerstehen, sondern theilte alle jene Geschenke unter sie aus. Als sein Gefährte ihn erinnerte, seines Hospitals in Granada eingedenk zu seyn, antwortete er ihm: „Bei Gott ist klin Anschcn der Person, und dic Armen sind ihm überall gleich lieb; denn die Armuth leidet überall Noth; wo immer man sie findet, muß man ihr helfen. Mir gilt es vollkommen gleich, ob ich in Granada, oder anderswo Christo dem Herrn in seinen Armen diene.'- Er erhielt aufs Neue ansehnliche Summen von den Gro- ßen des Hofes, die sie ihm in Wechselbricfcn, die in Granada selbst zahlbar waren, mitgaben. Er kehrte nach neunmonatlicher Abwesen- heit nach Granada zurück, wo er mit großer Freude empfangen wurde, zumal von den Armen, denen er sein ganzes übriges Leben in Demuth und Liebe weihte. Sehr strenge war, der großen Anstrengungen ungeachtet, seine Lebensweise. Obgleich er bei seinen unaufhörlichen Geschäften bei- nahe nie von dem innerlichen Gebethe abließ, so brachte er dennoch den größten Theil der Nacht auf den Knieen in heiliger Betrachtung zu, und behandelte seinen Körper mit großer Strenge. Aeußerst sparsam war seine Kost, die er oft mit Asche bestreute; zur Fasten- zeit lebte er bloß von Brod und Wasser, und fastete auch ganze Tage. Sein Hauptkissen war ein Stein, auf den er das Kruzifix legte, welches er gewöhnlich bei sich trug. Vom ersten Tage seiner Bekehrung, bis zum letzten des Lebens ging er im Regen, wie in der Sonnenhitze, immer mit unbedecktem Haupte und bloßen Füßen. Bei so großer Anstrengung mußte sich seine Lebenskraft frühe er: schöpfen. Bei einer Ueberschwemmung zog er sich durch seine men- schenfreundliche Hilfe, durch die er nebst andern auch ein Kind aus dem Wasser rettete, eine Krankheit zu, die das Ende seines Lebens beschleunigte. Sorgfältig ordnete er daher sein Haus, durchsah seine Rechnungen, und übergab, als er liegen zu bleiben genöthiget war, die Verwaltung des Hospitals dem Antonius Martini mit den Worten: „Sieh, ich übergebe dir meine Armen. Ich ermähne dich nicht, den Sohn des ewigen Vaters in ihnen zu ehren; denn er- probt ist mir deine unüberwindliche Großmuth und Liebe von der ersten Stunde an, als wir das sanfte Joch des Meisters gemein- schaftlich trugen." Schluchzend versprach Antonius in die Hände des Heiligen, sein Werk fortzusetzen, und nach seinem Beispiele den
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Titel
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Untertitel
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Band
2
Autor
Anton Mätzler
Verlag
Landshut Verlag
Ort
Wien
Datum
1840
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.8 x 16.9 cm
Seiten
982
Schlagwörter
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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