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Am 31. Jul i . 667
Freunde, die ihn Zurückhalten wollten. Er trat die Reise an, ohne
Begleitung, zu Fnß und ohne Geld, vertrauend auf die Wohlthätig-
keit der Menschen, die ihm den nöthigsten Lebensunterhalt reichen
wurden. Er kam nach Italien, besuchte Rom, Padua und Vene:
dig, wo er ein Schiff, das nach (5r>pern fahren wollte, bestieg.
Das gottlose Wcsen der Matrosen, bci denen all sein Reden frucht-
los blieb, machte ihm großes Leiden. Von Cypern fuhr er in ei-
nem andern Schiffe mit Pilgrimen nach Palästina. Am letzten Au-
gust des Jahres 152Z landete er zu Iapha (Joppe), und kam am
' I . September nach Jerusalem. Der Besuch der heiligen Orte er-
füllte sein Herz mit den lebhaftesten Gefühlen der Andacht und der
Zerknirschung. Er wünschte, allda an der Bekehrung der Mahumc-
daner arbeiten zu dürfen, da es ihm aber von d«.u Franziskaner-
Provinzial, dem der päpstliche Stuhl unbedingte Vollmacht über
alle Pllgrnue gegeben halle, nicht erlaubt wurde, kehrte er nach Eu-
ropa zurück, wo er im Jänner 1524 in Venedig landete. Erglüht
von dem Verlangen, sich dem Dienste des Altars zu weihen, be-
schloß er, sich der Erlernung d?r lateinischen Sprache, und dann dcr
übrigen hiezu erforderlichen Wissenschaften zu widmen. In dieser
Absicht kam er, schon ZH Iabre alt, nach Barcelona, wo er mit
unsäglicher M.che die Grammatik lernte. Nach zwei Jahren ver-
fügte er sich a'is die hohe Schule zu Alcala, und nachdem er da
den philosophischen Kurs gehölt datle, anf Anrathen des Erzbischofs
von Toledo, Alphons Fowesca, nach Salamanca. Während dieser
Zeit setzte er die geistlichen Uebungen, und die strengen Werke sinn-
licher Abtö'dtung fort. Der tugendhafte Sohn der frommen Agnes
Paschal, bei dcr Ignatius wohnte, stand zuweilen in der Nacht auf,
sah ihn entweder knieend, oder zur Erde hingebcugt, immer mit,
wie vom Feuer glühendem Angesichte, und oft mit Thränen überren-
nen; hörte ihn tiefe Seufzer holen, und vielseitig die Worte aus-
sprechen: ,.O Gott, meine Liebe, und die Wonne meiner Seele;
kennten dich die Menschen, sie würden dich nicht beleidigen! Mein
Gott, wie bist du so gütig, daß du einen Sünder, wie ich bin, er-
trägst!" In seiner tiefen Demuth bediente er sich immer eines
schlechten Gewandes, uno schämte sich nicht, seinen Lebensunterhalt
bei wohlthätigen Menschen zu sammeln. Nebenbei widmete er sich
mit glühendem E ser und mit herrlichem Erfolge dem Heile der
Seelen, zumal der Belehrung der Kinder, die er im Katechismus
unterrichtete, und in den Werken barmherziger Liebe. Er bewirkte
große Bekehrungen; zog sich aber gerade dadurch auch manche Ver-
folgungen zu, die joooch nicht vermögend waren, seinen Eifer zu
lahmen, oder seincn Muth zu erschüttern. Er wurde zu Alcala und
zu Salamanca, wo die Gründlichkeit ftiner Belehrungen und die
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen