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670 Der heilige Ignatius von Lojola:c.
war, und trat im Jahre I,">,;,> die R ,^se nach Spanien an. Seine
Familie empfing ihn mit großer Freude, und setzte ihm dringend zu,
im Schlosse Lojola eine Wohnung zu beziehen; dazu war er aber
nicht zu bereden. Er nahm seinen Aufenthalt im Spitale der Stadt
Azpetia. Der Anblick der Orte, wo er früher ei» leichtfertig L>'
ben geführt hatte, bewog ihn, seine Bußwerke zu verdoppeln. Um
auch hier den Nebenmenschen nützlich zu seyn, fing er an, nachdem
seine Gesundheit hergestellt worden war, die Kinder in der christli-
chen Lehre zu unterrichten, uno auch an das Volk öffentlich zu spre-
chen. In seiner Jugend hatte er Obst aus einem Garten entwen-
dct. Ein armer Mensch wurde des Diebstahls beschuldiget, durch
Gefängniß bestraft, und zum Schadenersatz verurthcilt. AIs Igna-
tius zum Erstenmale an das Volk sprach, erklärte er öffentlich, er
sey der Schuldige gewesen, bat um Verzeihung seines Fehlers, und
überließ dem Arme» , dcr zugegen war, zur Entschädigung zwei
Mayerhöfc, die sein Eigenthum waren. Die Genoffen des Igna-
tius setzten indessen zu Paris mit großem Eifer ihre Studien fort,
ohne jedoch in ihren geistigen Uebungen im Geringsten nachzulassen.
Die Zahl derselben wurde vermehrt durch Elaudius le Ia i von An-
necy, Johann Codurn, und Pasquier Brouet, beide Franzosen, je-
ner aus d^m Bisthum Einbrun, dieser aus dem Bisthume Amiens.
Die Zahl der Genossenschaft stand jetzt auf zehn.
Am Ende des Jahres 1536 reiste Ignatius nach Venedig,
und am Anfange des folgenden Jahres kamen alle seine Genoffen
aus Paris auch dahin. Da widmeten sie sich hauptsächlich den
Werken der Liebe, belehrten die Unwissenden in den Spitälern, be-
dienten die Kranken, und standen den Sterbenden bei. Die.noch
nicht Priester waren, erhielten von dem Papste Paul V l I . die Er:
laubniß, von welchem Bischöfe sie wollten, sich weihen zu lassen.
Sie empfingen daher die geistlichen Weihen zu Venedig von dem
Bischöfe Arba. Hierauf zogen sie sich an einen einsamen Ort bei
Vicenza zurück, um sich durch Geistesuersammlung, Fasten und Ge-
beth zur Feier der ersten heiligen Messe vorzubereiten.
Alle entrichteten dasselbe im September und Oktober, den Ig-
natius ausgenommen, dcr am Weihnachtsfeste 1536 es feierte. Nun
vertheilten sie sich in die Gegend von Vicenza und Verona, um
dem Volke die Nothwendigkeit der Buße zu verkünden. Ihren
spärlichen Lebensunterhalt empfingen sie von der Mildthätigkeit der
Gläubigen.
Des Krieges wegen, den der Kaiser und die Venetiancr den
Türken erklärt hatten, ward es ihnen unmöglich, die vorgenommene
Reise nach Palästina anzutreten. Ignatiu? ging deßhalb mit le
Fcvre und Laynez nach Rom, warf sich dem Papst zu Füßen, und
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen