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Am 31. Jul i . 071
erbot sich und seine Genossen zu allen guten Werken, zu denen er
sie gebrauchen wollte. Der Papst nahm sie gütig auf, beauftragte
den lc Fevre und den Laynez im Kollegium della Sapienza Vorle-
sungen zu halten, und ließ durch den Ignatius auf Verbesserung
der Sitten durch Geistcsübungen und christliche Unterweisungen wir:
ken. Durch den Franziskus Strada, einem Spanier, bekam die Ge-
sellschaft einen n.'üm Zuwachs, und nun glaubte Ignatius, daß es
Zeit sw, der Gesellschaft eine bestimmte Einrichtung zu geben. Er
berief daher alle Genossen gegen das Ende der Fasten des Jahres
l">,'^ nach Rom, und legte ihnen seinen Plan vor, den sie einstim-
mig gut hießen. Sie beschlossen, den Gelübden der Armuth und
der Keuschheit, die sie schon zu Venedig abgelegt hatten, auch das
des immerwährenden Gehorsams unter einem von ihnen gewählten
allgemeinen Vorsteher, dem sie alle, wie Gott selber, gehorchen müß-
ten, beizufügen. Später kam zu diesen drei Gelübden das vierte,
wodurch sie sich verpflichteten, überall hinzugehen, wo das kirchliche
Oberhaupt zur Forderung des Seelenheils sie hinschicken würde, und
zwar ohne Unterhaltmittel, einzig auf des Nächsten Milde sich vcr-
l,^»d. Kein Profeß sollte ein Eigenthum haben, doch könnten die
Kollegien Renten und Einkünfte bezichcn, um dm Unterhalt der
Schüler zu bestreiten. Papst Paul I I I . , dem der Entwurf dieser
neuen Anstalt mitgetheilt wurde, ließ denselben durch drei Kardinäle
pllü'.'n, und bestätigte auf deren Gutachten den neuen Orden unter
dein Titel der Gesellschaft Jesu, durch eine Bulle vom 27. Sep-
tember l,">40. Ignatius wurde, seiner Weigerung ungeachtet, zum
allgemeinen Vorsteher oder General erwählt.
So entstand der berühmte Jesuitenorden, der sich bald außer-
l,li.vntlich vergrößerte, ni allen Theilen der Erde segensvoll wirkte,
zumal m den Wissenschaften und im UntWrichte grobes Ansehen und
großen Ruhm erlangte; aber eben deßhalb angefeindet, verfolgt und
endlich in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts auf un-
menschliche Weise aufgelöst wurde; jetzt aber in mehreren Ländern
wieder neu aufzuleben anfängt. Kaum war der neue Orden bestä-
tigt, als aus der Genossenschaft derselben, deren Zahl sich schnell
vergrößerte, Glaubensprediger in verschiedene Länder verlangt, und
dahin auch abgesendet wurden. Franz Tavier ging nach Indien,
desstn Apostel er wurde; Simon Rodriquez nach Portugal; zwei
andere wurden nach Fez und Marocco geschickt, um da die christli-
ckcn Sklaven zu unterweisen. Im Jahre 1547 reisten vier Andere
nach Congo in Afrika, und einige Jahre hernach dreizehn nach
Abysfinicn u. f. w. Der heilige Ignatius l'Iieb zu Rom, leitete
mit uncrmüdeter Thätigkeit und mit großer Klugheit die Angelegen-
heiten des Ordens, hielt christliche Unterweisungen in der Kirche zur
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen