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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
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Am ,-n. Juli. 673 Bitte, als Befehl. Dadurch gewann er sich die Herzen Aller. Er wußte so glücklich die Strenge mit Sanftmuth zu mildern, daß selbst die, die er bestrafte, nicht anders, als ihn lieben konnten. Allen empfahl er zur Erhaltung und Belebung des Eifers die Con- ferenzübungen, das Lesen der Leben der Heiligen und der Schriften der Väter der Wüste. Die zwei ersten Tugenden, auf die er bei den Novizen drang, waren der Gehorsam und die Selbstverla'ug- nung. Allen legte er oft und dringend die Eingezogenheit an's Herz, und befahl, daß nie einer allein mit einer Weibsperson spre- chen soll. Bei Besetzung der verschiedenen Stellen nahm er immer auf die vorzügliche Neigung eines Jeden Rücksicht; forderte aber auch von Jedem unbedingte Gleichgültigkeit, und die Bereitwillig- keit eine Stelle anzunehmen, oder zu verlassen. Die vielen Ge- schäfte, welche die Leitung des Ordens ihm auflegte, lahmten nicht seinen glühenden Eifer zur Ausrottung des Lasters und zur Erwei- terung der Tugend. Seine Andachtsglut ward immer noch stärker. Nie verlor er Gottes Gegenwart aus dem Sinne. Seine Lebens- beschreiber erzählen wunderbare Gunstesenvcisungcn, welche er in sei- nen Unterhaltungen mit Gott empfangen habe. Er war bis zu sei- nem Tode das vollkommenste Muster der Selbstcntsagung, zu der er durch beständige Abtödtung seiner Sinne,' durch Geduld, Ergebung, Gottvertraucn und jenen Muth gelangte, mit dem er die herbsten, sowohl innern als äußern Prüfungen ertrug, so wie durch Demuth, in der er sich als den größten Sünder ansah, und für den Ab- schaum der Menschheit hielt. Das größte Vergnügen war ihm, die niedrigsten Geschäfte des Hauses verrichten zu können. Er glaubte nicht, wie er oft sagte, daß Jemand in der Welt sey, der mehr Gnaden erhalten, und dieselben sich weniger zu Nutzen gemacht hätte, als er. Seine brennende Liebe zu Gott, welche die Seele alles seines Thuns und Wirkens war, drückte der Heilige aus durch seinen Wahlspruch: „Alles zur größern Ehre Gottes!'- und durch die Worte, die man ihn sehr oft sprechen hörte: „Was verlange ich, o Herr! oder was sollte ich verlangen, außer dir?" Ganz entkräftet durch seine rastlose Anstrengung verlangte er einen Gehülfen in seinem Vorstcheramte. Er wurde ihm gegeben in der Person des Peter Hieronymus Nadal. Nun widmete er fast alle Zeit dem Gebethe und der geistlichen Betrachtung, um auf den Tod, den seine zunehmende Gebrechlichkeit ihm als nahe ankündigte, sich vorzubereiten. Noch schrieb er seinen Ordensgenossen Verhal- tungsregeln hinsichtlich des klösterlichen Wandels, und ließ sie ihnen als Denkmal seiner sorgfältigen Liebe zurück. Am Vortage vor seinem Tode verlangte er von dem Papst den letzten Segen. Des andern Tages frühe erhob er seine Augen und Hände zum Himmel, Zweiter Band. 43
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Titel
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Untertitel
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Band
2
Autor
Anton Mätzler
Verlag
Landshut Verlag
Ort
Wien
Datum
1840
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.8 x 16.9 cm
Seiten
982
Schlagwörter
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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