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Am 3. Dezember. 675
durch Deutschland nach Venedig sich zu begeben, wo er, nach einer
sehr beschwerlichen Reise, die er durch strenge Abtödtung für sich
noch beschwerlicher machte, am !>>. Jänner 1537 anlangte, und zu
seiner großen Freude den Ignatius fand. Sie vertheilten sich da
in zwei Spitäler dcr Stadt, um die Armen und Kranken zu pfle-
gen, bis sich eine Gelegenheit darböte, nach Palästina zu reisen,
wie sie zu Montmartre sich vorgenommen hatten. 3avicr leistete im
Spitale dcr Unheilbaren bei Tag den Kranken Dienst, und den größ-
ten Theil dcr Nacht brachte er im Gebethe zu. Am Feste des hei-
ligen Johannes des Täufers empfing er die Priesterweihe, und legte
darauf mit seinen Genossen das Gelübde der Keuschheit und der Ar-
muth ab. In einem Dorfe, vier Meilen von Padua gelegen, be-
reitete er sich zur ersten heiligen Messe vor durch vierzig Tage, in
denen er eine elende, verlassene Hütte bewohnte, jedem Ungemache
der Witterung ausgesetzt war, auf bloßer Erde schlief, und seine
Nahrung vor den Thüren erbettelte. Zu Viccnza entrichtete er zum
erstenmale das hochheilige Opfer mit einer Rührung, die durch häu-
sige Thränen sich offenbarte, und alle Anwesenden tief bewegte.
Hierauf widmete er sich zu Bologna den Liebeswcrken und den prie-
sterlichen Verrichtungen mit dem Eifer eines Apostels. In der Fa-
sten des folgenden Jahres kam er mit seinen Genossen zu Ignatius
nach Rom, nahm Theil an der Berathung über die Gründung ei-
nes neuen Ordens, und legte mit den Andern auch noch das Ge-
lübde des Gehorsams ab. Während seines Aufenthalts in Rom
setzte er die gottseligen Uebungen, und die Werke strenger Abtöd-
tung fort, und diente nebenbei in der Kirche des heiligen Laurcn-
tius, wo sein Eifer und seine Liebe große Bewunderung erregten.
Als bald darauf dcr König von Portugal Glaubensprediger
nach Ostindien aus der Genossenschaft des Ignatius verlangte, wur-
den Simon Rodriqucz und Nikolaus Bobadilla hiezu bestimmt.
Letzterer wurde aber krank, und Franz 3avier war an dessen Stelle
zum Missionär ernannt. Hoch erfreut über diesen Beruf, empfing
er von Papst Paul I I I . den apostolischen Segen, und reiste am
15. März 1540, mit dem portugiesischen Gesandten nach Portugal
ab. Die Reise wuroe zu Land über die Alpen und Pyrenäen ge-
macht, und dauerte deßhalb über drei Monate. Wahrend derselben
benutzte Xavicr jede Gelegenheit, Werke der Demuth und dcr Liebe
zu üben, indem er als der Diener Aller sich darstellte. Als die
Reisenden in Pampelona eintrafen, machte der Gesandte ihn auf-
merksam, seine noch lebende Mutter und die Anverwandten auf dem
nahe gelegenen Schlosse 3avier zu besuchen; er aber antwortete, er
wolle, seine Verwandten zu sehen, bis zu ihrem Zusammentreffen
im Himmel verschieben, wo dann keine Betrübniß harter Trennung
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen