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Am 3. Dezember. 679
und da der Fürst die Ausübung des Christenthums erlaubte, ließen
sich endlich Alle unterrichten und taufen. Ermuthiget durch diesen
Erfolg langte er an der Küste der Fischerinscl an. Da beschäftigte
er sich zuerst mit denen, welche früher die Taufe empfangen hatten,
und unterrichtete sie im Christenthum?. Unsägliche Mühc verwen:
dete er auf die besscre Erlernung der malabarischen Sprache, in die
er dann das apostolische Glaubensbekenntniß, das Water unser, den
englischen Gruß, die zehn Gebote, und nach und nach den ganzen
Katechismus übersetzte. Nun durchwanderte er die Ortschaften, sam-
melte mit dem Glöckchcn in der Hand sich Zuhörer, die er in der
christlichen Lehre unterrichtete. Denen, die sie am schnellsten faßten,
gab er auf, ihren andern Hausgenossen das Erlernte ebenfalls bei-
zubringen. An den Sonntagen versammelte er in einer Kapelle
Manner und Frauen, Knaben und Mädchen. Alle erschienen mit
einer unglaublichen Freude und mit einem glühenden Verlangen, das
Wort Gottes zu hören. Er legte ihnen das apostolische Glaubens:
bekenntniß, dann die Gebote Gottes, darauf das Gebeth des Herrn,
das Ave Maria u. s. w. aus, forderte das Bekenntniß des Glau-
bens ihnen ab, und belebte die Gefühle der Frömmigkeit, indem er
den Unterricht durch kurze Gebethe unterbrach, und durch seine An-
dachtsglut das Feuer der Andacht in ihren Herzen entflammte.
Welche diesen Unterricht erfaßt hatten nnd glaubten, denen gab er
die heilige Taufe. Die ganze Handlung schloß er immer mit dem
Salve Regina, zur Anrufung dcs Beistandes der allerscligsten Jung-
frau. Diejenigen, welche die christliche Unterweisung vollkommen
aufgefaßt hatten, und auch sonst dazu geeignet waren, bestellte er
zu Katecheten, d. h. er übertrug ihnen, daß sie auch Unterweisung
in der christlichen Lehre ertheilten. Die aufkeimenden Christenge-
meinden zeigten einen bewunderungswürdigen Eifer, und die Menge
der Täuflinge war so groß, daß Lavier zuletzt bei dem Wafferaus-
gießen den Arm wegen Ermüdung, beinahe nicht mchr aufheben
konnte. Damals waren die Krankheiten auf der Fischerinsel häufi-
ger, als je zuvor, vielleicht zugelassen von der göttlichen Vorsehung,
um desto herrlicher zu zeigen die Kraft des Evangeliums durch sei-
nen Diener vor den Augen der verstockten Ungläubigen. Alle eilten
zu Xavier, um für sich, oder ihre Verwandten und Freunde, die
Gesundheit zu erlangen. Die sich taufen ließen, und gläubig den
Namen Jesu anriefen, genasen. Oft schickte der Heilige junge Neu-
bekehrte mit seinem Kreuze, seinem Rosenkranze, oder seinem Reli-
quienkästchen , ließ die Kranken damit berühren, mit ihnen das Ge-
beth des Herrn, das Glaubensbekenntniß und die zehn Gebote her:
sagen; und sobald die Kranken betheuert hatten, daß sie glauben
und getauft werden wollen, erlangten sie alsbald die Gesundheit.
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen