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680 Der heilige Franziskus von Lavier :c.
Es ist außcr Zweifel, daß der Heilige in dieser Zeit sogar vier
Todte erweckt habe. Selbst die Brammen konnten ilim deßhalb
ihre Bcirundcrung nicht versagen; widersetzten sich aber doch fort-
während aus Eigennutz den Fortschritten des Christenthums. Ta-
viers vielfältige Unterredungen mit ihnen blieben ohne Erfolg. Der
rastlosen Anstrengung ungeachtet, setzte der Heilige seine strenge Le-
bensweise und die Bußübungen fort. Er aß, wie die ärmste Volks:
klaffe, nur Reis, und trank nur Wasser. Des Nachts schlief er
höchstens drei Stunden auf der Erde in einer Fischerhütte, die an:
dere Zeit lag er dem Gebethe, oder den Diensten der Liebe ob.
Decken und Matratzen, die der Vicekönig ihm geschickt hatte, ver-
wendete er für Kranke und Dürftige. Bei allen äußerlichen Be-
schäftigungen unterhielt er sich in seinem Gemüthe fortwährend mit
Gott, und die Freuden, die er dabei verkostete, waren bisweilen so
groß, daß er die göttliche Güte um Minderung ihres Uebermaaßes
anflehte, und rief: »Herr, es ist genug, — es ist genug!"
Gegen das Ende des Jahres 15^; rcisetc er nach Goa ab,
um sich Gehilfen in seinen apostolischen Arbeiten zu verschaffen.
Allein da mußte er die Leitung des Seminars, welches zur Erzie:
hung der jungen Indicr gestiftet war, und ,.,zum heiligen Glauben"
genannt wurde, übernehmen. Er vergrößerte nun die Anstalt, die
nun den Namen „zum heiligen Paulus" erhielt, gab ihre eine bcs-
sere Einrichtung, übertrug die Leitung desselben einem aus Europa
angekommenen Ordensbruder, und kehrte schon im folgenden Jahre
zu den Paravas, den Bewohnern der Fischcrinsel, zurück, begleitet
von indischen und europäischen Gehilfen, deren einige er in die ver-
schiedenen Dörfer vertheilte, die andern aber mit sich nahm in das
Königreich Travankor, wo sein apostolischer Eifer ihn jetzt hinführte,
und von Gott so gesegnet wurde, daß er in «inem Monat gegen
zehntausend Heiden taufte. Er drang immer tiefer ins Land, und
wurde hier, wie einst die Apostel, in deren Fußstapfen er so getreu-
lich eintrat, mit der Gabe der Sprachen begnadiget. Er redete,
wie sein Begleiter berichtet, die Sprache fremder Völker, ohne sie
erlernt zu haben, und bedürfte, um verstanden zu werden, keines
Dolmetschers. Oft predigte er auf einer Ebene vor einer Versamm-
lung von fünf bis sechstausend Menschen. Durch die schnelle und
allgemeine Verbreitung des Evangeliums wurden aber die Brammen
gegen ihn aufgebracht. Sie versuchten Alles, ihn aus dem Wege
zu räumen; allein Gott vereitelte ihre Anschläge, und schützte seinen
Diener. Als er im Königreiche Travankor sich befand, machten die
Badager, ein wildes Volk, das von Raub lebte, einen Einfall.
Alles war mit Schrecken erfüllt, und Tavier stellte sich an die Spitze
eines kleinen Häufchens eifriger Christen, ging, das Kreuz in der
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen