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Am 3. Dezember. 681
Hand haltend, ihnen entgegen, und befahl ihnen im Namen Got-
tes, umzukehren. Sie, standen eine Weile bestürzt und bewegungs-
los da, und verließen dann eilends das Land. Durch dieses Ereig-
niß erwarb der Heilige sich den Schutz des Königs von Travankor,
der ihm den Beinamen Großpater geb. Ein Jahr zuvor hatte das
nämliche Räubervolk auf der Fischerinscl eine greuliche Verwüstung
angerichtet. Xavicr eilte, sobald er's erfuhr, seinen geliebten Para-
vas mit Lebensmitteln und Trost zu Hilfe.
Zwei Todtcnerweckungen, die Gott bei dem Vorgebirge Como-
rin in Travankor durch seinen Diener, auf dessen vertrauensvolles
Gebeth geschehen ließ, machten einen so großen Eindruck auf die
Bewohner des Landes, daß in wenigen Monaten das ganze König-
reich Travankor den Glauben annahm, den König und die vornehm:
sten Hofleute ausgenommen, die, ihren unordentlichen Leidenschaften
zu entsagen, den Muth nicht hatten. Der Ruf des heiligen Glau-
bensbothen verbreitete sich in ganz Indien. Von allen Orten her
ersuchten ihn die Heiden, zu ihnen zu kommen, sie zu unterrichten
und zu taufen. Xavier schrieb deßhalb an den heiligen Ignatius
nach Rom und an Rodriquez nach Lissabon, um evangelische Arbei:
ter. Höchst rührend ist der apostolische Eifer, der in diesem Schrei-
ben sich ergießt. Da er selbst Travankor noch nicht verlassen konnte,
schickte er den Bewohnern der Insel Manaar, welche an der äußer-
sten Nordseitc von Ceilan liegt, aus deren dringendes Verlangen,
einen Glaubensboten, dessen Eifer er kannte. Eine große Anzahl
der Manaarer wurde bekehrt und getauft. Als aber der König von
Iaffnapatnam, unter dessen Oberherrschaft die Insel stand, es er-
fuhr, griff er die Inselbewohner mit gcwaffneter Hand an, und ließ
bei siebenhundert Christen niedermachen, die großmüthig ihren Glau-
ben bekannten, und lieber ihr Leben hinopfcrn, als zum heidnischen
Aberglauben zurückkehren wollten. Tief schmerzte es den Heiligen,
daß durch die Unordnungen der Portugiesen der Bekehrung der Hei-
den das größte Hinderniß in den Weg gelegt werde. Er reiste
nach Lochin, um hierüber mit dem Generalvicar von Indien sich zu
besprechen, den er endlich bewog, selbst nach Portugal zu reisen, um
bei dem Könige Vorstellungen zu machen. Er gab ihm ein nach-
drückliches Schreiben an den Fürsten mit. Nun besuchte er die In-
sel Manaar, die mit dem Blute so vieler Christen begossen worden
war. Durch sein Gebeth befreite er das Land von der Verheerung
einer schrecklichen Seuche, wodurch er die Gläubigen vermehrte, und
iin Christenthum ungemein bestärkte. Auf einer Wallfahrtsreise nach
Meliapor zu den Reliquien des heiligen Thomas, bekehrte er meh-
rere Sünder, die lange Zeit in lasterhaften Gewohnheiten gelebt
hatten. In der Absicht, das Evangelium auch auf der Insel Ma-
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen