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684 Der heilige Franziskus von Xavier :c.
auswendig lernen, und öffentlich zn lehren anfangen konnte. Paul
hatte ihn schon bekannt gemacht mit dem, sechs Meilen von Kango:
xina entfernt wohnenden König von Saxuma, der ihn gütig behan-
delte, und ihm erlaubte, seinen Unterthanen den christlichen Glauben
zu verkündigen. 3avicr bewirkte sehr bald zahlreiche Bekehrungen,
des Widerstandes ungeachtet, den die Bonzen (die japanischen Prie:
ster und Gelehrten) ihm in den Weg legten. Er gab den Neube-
kehrten Abschriften des Glaubensbekenntnisses, und von der darüber
abgefaßten Erklärung. Durch Wunder bekräftigte Gott auch hier
die heilige Lehre, die sein Diener verkündigte. Auf sein Gebeth
wurde ein lrüppelhaftes Kind vollkommen hergestellt, ein Aussätziger
augenblicklich geheilt, und ein vorneymcs Mädchen, das schon vier
und zwanzig Stunden todt war, zum Leben erweckt. Nach einjäh:
rigem Aufenthalte mußte er, weil die Portugiesen den König wegen
Handelssachen gereizt, und dieser ihm die Erlaubniß zu predigen
entzogen hatte, Kangorina verlassen. Er empfahl die Ncubekehrtc»,
die lieber den Tod zu leiden, als den Glauben wieder zu verlassen
sich erklärten, der Obsorge des Paulus, und reisete nach Firando,
der Hauptstadt eines andern Königreiches. Auf dem Wege dahin
bekehrte er in dem Schlöffe eines Edelmannes mehrere Götzendiener,
deren heiliger Wandel nun auch andere Heiden zu Jesus Lristus
führte, so daß sich hier eine, obgleich kleine, dennoch glänzende Ehri:
stengcmcindc bildete, die von dem Schloßverwalter, der auch unter
den Bekehrten war, eifrig gepflegt wurde. — Auch bei dem Könige
zu Firando erlangte er eine freundliche Aufnahme und die Erlaub:
niß, das christliche Gesetz zu predigen. Seine Predigten hatten ei:
nen staunenswürdigcn Erfolg; denn er taufte zu Firando mehr Ab:
götterer in zwanzig Tagen, als zu Kangorina in einem ganzen
Jahre. Diese Gemeinde übergab er der Leitung eines der zwei Je:
suiten, die ihn bis hichcr begleitet hatten, und verfügte sich mit dem
andern und zwei japanischen Christen nach Meako, wo er nach einer
äußerst mühevollen Reise, auf der er an vielen Orten den Einen,
wahren Gott, aber mit geringem Erfolg, und zweimal mit Lebens:
gefahr verkündigte, im Februar 155>1 anlangte. Allein hier war es
ihm unmöglich, einen Zutritt zu den höchsten Gewalthabern, und die
Erlaubniß zur Verkündigung des Evangeliums zu erwirken. Er
verließ deßhalb nach fünfzehn Tagen schon Mcako und kehrte nach
Amanguchi, wo er auf der Herreise fruchtlos einigcmale geprediget
hatte, zurück. Weil er in seinem ärmlichen Aufzuge bei dem Hofe
nicht erscheinen durfte, glaubte er den Vorurtheilen des Landes wei:
chen zu muffen, und erschien daher in einem Anzüge, und mit einer
Begleitung, die ihm Ansehen verschafften, und machte dem Könige
einige Geschenke, unter denen auch eine kleine Schlaguhr sich be:
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen