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686 Der heilige Franziskus von Xavier :c.
durch einen Windstoß von demselben getrennt worden war, durch
sein Gebeth. Zu Malaga,ward er mit unaussprechlicher Freude em-
pfangen. Da besprach er sich über sein Vorhaben, nach China zu
gehen, mit dem gewesenen Statthalter Don Alvare; von Ataijda.
C'ö wurde der Plan zu einer Gesandtschaft nach China entworfen;
aber noch nichts festgesetzt. lavier setzte die Reise fort, kam am
22. Jänner 1552 nach Cochin, wo er dem von seinen Unterthanen
vertriebenen Könige der Maldiver, den der Pater Heredia schon un:
tcrrichtet hatte, die heilige Taufe ertheilte, und langte zu Anfange
deö Februar in Goa an. Da besuchte er vor Allem die Spitäler,
und begab sich dann in das Collegium des heiligen Paulus, wo er
einem Kranken, der schon in den letzten Zügen lag, von Gott die
Gesundheit erflehte. Die meisten Missionäre, die er vor seiner Ab-
reise nach Japan in die verschiedenen Länder Indiens ausgesendet
hatte, fano er bei seiner Ankunft da vereint. Es verschaffte ihm
eine unaussprechliche Freude, die segcnsvollen Früchte ihrer apostoli-
schen Arbeiten, und den blühenden Zustand der meisten Christenge-
meinden zu erfahren. Das eigenmächtige Benehmen des Anton Go-
mez, Rettors des Collegiums zu Goa, verursachte ihm dagegen gro-
ßen Kummer. Er entließ ihn aus der Gesellschaft, und übergab
dessen Stelle dem Kaspar Barzea, der zugleich auch Viceprovinzial
war. Zu gleicher Zeit sandte er neue Glaubensboten an alle Mist
sionsortc der Halbinsel diesseits des Ganges. Von dem Vicekönige
Don Alphons von Norogna ward beschlossen, eine Gesandtschaft
nach China zu schick?«. Deß freute sich Havierius ungcmein; denn
bei diesem Anlasse hoffte er in's chinesische Land einzudringen, und
dort das Evangelium verkünden zu können. Er ordnete schnell zu
Goa alle Angelegenheiten, und reiste dann am 15. April 1552 ab,
nach Malaga, von wo aus die Gesandtschaft abgehen sollte. Zu
Malaga herrschte, als er daselbst ankam, eine ansteckende Krankheit,
die viele Menschen dahinraffte. Kaum war er an's Land gestiegen,
als er mit seinen Gefährten die Straßen der Stadt durchwanderte,
um die hilflos schmachtenden Armen aufzusuchen, und in den Spitä-
lern , und dem Iesuitencollegium unterzubringen. Für die, welche
da nicht untergebracht werden konnten, ließ er längs dem Meere hin
Hütten aufschlagen. Allen diesen verschaffte er dann die nöthigen
Lebensmittcl und Arzneien. Einen verstorbenen Jüngling, Namens
Franz Ciavos, erweckte er zum Leben.
Nachdem die Seuche verschwunden war, betrieb er sehr eifrig
das Geschäft der Gesandtschaft bei dem Statthalter, dem es der
Vicekönig übertragen hatte. Dieser aber suchte aus Mißvergnügen
darüber, daß Jakob Perejra zum Gesandten ernannt worden war,
das ganze Unternehmen zu vereiteln. Umsonst stützte sich Xavicrius
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen