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Am 3. Dezember. 687
auf die Befehle des Vicekönigs. Der Statthalter geriech in Wuth,
und behandelte ihn auf die schimpflichste Weise. Der Heilige setzte
sein Gesuch einen ganzen Monat lang, aber fruchtlos, fort. End-
lich bedrohte er den Statthalter, falls er sich der Verbreitung des
Christenthums langer widersetzen würde, mit dem Bann. Der
Statthalter spottete dieser Drohungen, und der Gcncralvikar des
Bischofs sprach über ihn dcu Bann aus. Da 3avier den Gesandt-
schaftsplan dennoch vereitelt sah, bestieg er ein portugiesisches Schiff,
welches nach der Insel Eancian, bei Meako, an der Küste nach
China, abfuhr. Auch auf dieser Reise machte der Heilige Bekeh-
rungen, und wirkte Wunder. Als er auf der Insel Sancian ange-
kommen war, entließ er die drei Jesuiten, die er zu Gefährten ge-
wählt hatte, und trug ihnen auf, das Evangelium in Japan zu
predigen. Er behielt nur einen jungen Indianer bei sich, und einen
Lajenbruder seiner Gesellschaft. Mit diesen hoffte er heimlich Ein-
gang in China zu finden. Die portugiesischen Kaufleute stellten ihm
alles Mögliche vor, um von seinem Vorhaben ihn abzubringen.
Allein nichts vermochte seinen Entschluß zu erschüttern. Er warb
sich einen guten Dollmetscher an, und machte mit einem chinesischen
Kaufmann den Vertrag für zwei hundert Pardos (a 37 kr.) daß
er ihn zur Nachtzeit an einen, von den am Meere gelegenen Woh-
nungen entfernten Küstenort bringe. Die Portugiesen boten indessen
All^s aus, die Reise des Heiligen zu hintertreiben, in der Besorgniß,
sie mochten auch selbst den Haß der Chinesen auf sich laden. Wäh-
rend dieser Zögerung wurde 3avier von einer Krankheit befallen.
Er genas. Aber bald darauf stellte sich das Fieber wieder ein, und
er erkannte zugleich den Tag und die Stunde seines Todes, was er
einem Freunde offenbarte, der es mit einem feierlichen Eide bezeugte.
Von diesem Augenblicke an fühlte er, mehr als je, eine gä.izliche
Abneigung gegen alles Irdische. Nur an das himmlische Vaterland
dachte er, in das er bald berufen werden sollte. Da ihn das Fie-
ber sehr geschwächt hatte, zog er sich in das Schiff zurück, welches
das gemeinschaftliche Spital war, um da in Armuth sterben zu kön-
nen. Weil ihm aber die beständige Bewegung des Schiffes große
Kopfschmerzen verursachte, ließ er sich am folgenden Tage wieder
ans Land bringen. Da lag er an dem Ufer, dem Ungemache der
Witterung, und besonders einem sehr rauhen Nordwinde ausgesetzt,
biü ihn Georg Alvarez, von Mitleid gerührt, in seine Hütte tragen
ließ, die jedoch, von allen Seiten offen, ein nicht viel besseres La?
gl'i darbot, als der Meercsstrand. Die Krankheit, begleitet von sehr
heftigem Seitenstechen und großer Beklemmung, machte jeden Tag
neue Fortschritte. Man ließ ihm zweimal zur Ader; allein ein un-
geschickter Wundarzt traf ihm die Sehne, wodurch er in Ohnmacht
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen