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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
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690 Der heilige Stanislaus Kostka :c. darum, weil er sie mit Gott trieb, die glänzendsten Fortschritte machte. Maximilian I I . , der in dem Jahre 1564 dem Kaiser Ferdi- nand in der Regierung folgte, entzog den Jesuiten das Haus, wel- ches dieser zur Aufnahme ihrer Zöglinge ihnen überlassen hatte. Bilinski miethete deßhalb eine Wohnung in der Stadt, und zwar in dem Hause eines Lutheraners, in welches Stanislaus ihm folgen mußte, Paul aber recht gern folgte, we>l er ein freieres Leben liebte, und es da ungestört zu genießen hoffte. Stanislaus wandelte auch hier standhaft auf der Bahn der Gottseligkeit; allein gerade darin sah sein Bruder einen täglichen Vorwurf seines Leichtsinnes, und seiner Ausgelassenheit, fing daher an, ihm abgeneigt zu werden, und endlich der Art ihn zu hassen, daß er ihn hart, bisweilen sogar durch Schläge, mißhandelte. Bilinski stand immer auf der Seite des Paulus, und wendete Alles an, jenen von seiner gottseligen Le- bensweise abzuführen, indem er ihm fortwährend vorstellte, er müsse sich mehr nach der Welt richten; denn ein Mann von Stande könne selig werden, ohne die Frömmigkeit so weit zu treiben. Stanis- laus schloß sich nur desto inniger an Gott an; er ertrug Vorwürfe und Mißhandlungen mit unermüdlicher Geduld, und verdoppelte sei- nen frommen Eifer und seine Wachsamkeit, auf daß er nicht in die Schlingen gerathe, die ihm gelegt wurden. Jeden Sonn- und ho- hen Festtag ging er zum Tische des Herrn, wozu er sich am Vor- abende, nebst andern frommen Uebungen durch Fasten vorbereitete. Täglich wohnte er zwei heiligen Messen bei, und widmete einige Zeit der Betrachtung einer Heilswahrheit. So oft er Morgens und Nachmittags in die Schule ging, besuchte er das allerheiligste Sa- crament, um es anzubethen. Er schlief wenig, und stand oft in der Nacht zum Gebethe auf. Durch strenge Abtödtung erhielt er seinen Leib in der Dienstbarkeit des Geistes. Selten war er in Ge- sellschaft, außer bei Tische, nach welchem cr nur eine kurze Erho- lung sich erlaubte. Hörte er nur ein einziges Wort gegen die Schamhaftigkcit, so entfernte er sich. Bethen und Studiren, Stu- diren und Bethen war seine gan;>,' Tagesordnung, und der Erfolg derselben eine seltene Fülle der Gaben des heiligen Geistes, der eS ihn mit jedem Tage noch mehr einsehen ließ, wie sehr jene sich täu- schen, welche bei einem leichtsinnigen Weltleben die Seligkeit wirken zu können glauben. Zwei Jahre lang hatte Etanislaus den Spott, die Vorwürfe und d,e Mißhandlungen seines Bruders, und zum Theile auch seines Hofmeisters und Anderer erduldet, als cr krank wurde. Die Krankheit ward bedenklich, und cr verlangte die heilige Wegzehrung. Der lutherische Hausherr weigerte sich aber, diese Religionsiibung in seinem Hause vornehmen zu lassen, und wußte
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Titel
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Untertitel
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Band
2
Autor
Anton Mätzler
Verlag
Landshut Verlag
Ort
Wien
Datum
1840
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.8 x 16.9 cm
Seiten
982
Schlagwörter
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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