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704 Die heiligen Märtyrer von Gorcum, in Holland.
und die, deren Stimme vor Erschöpfung nicht mehr gehört ward,
wurden von nebenher reitenden Soldaten schonungslos geschlagen.
Was den Spöttern der heiligen Religion zur gottlosen Freude seyn
sollte, wurde den frommen Bekenncrn zur kräftigen Erbauung.
Nachdem diese noch lange, unter dem Galgen stehend, dem Gespötte
der Menge ausgestellt geblieben waren, führte man sie endlich in
einen tiefen Kerker. Ihre Gesellschaft wurde am nämlichen Tage
vermehrt durch zwei andere Geistliche aus dem Dominikanerorden,
welche, wie sie des katholischen Bekenntnisses wegen eingekerkert wur-
den. Es war drei Uhr Nachmittags, und die Bekcnner, mehr als
zwanzig an der Zahl, hatten noch nichts genoffen, als sie auf's
Rathhaus geführt, und um ihr Glaubensbekenntniß gefragt wurden.
Alle erklärten sich unerschrocken zur katholischen Lehre, drei ausge-
nommen, welche etwas zweideutigere Antworten gaben, und deßhalb
in eine leichtere Verwahrung gebracht wurden. Auch den Andern
ward ein etwas erträglicheres Gefängniß zu Theil, und auf ihr Bit-
ten einige Erquickung durch Brod und Waffer. Am folgenden Tage,
es war der 8. Ju l i , wurden sieben aus ihnen, die man für die
Standhaftesten hielt, neuerdings zum Verhöre berufen, wo man Al-
les anwendete, sie zur Trennung von dem Oberhaupte der katholi-
schen Kirche zu bereden. Allein das gottlose Beginnen war frucht-
los, und sehr kräftig sprachen sich der O,uardian Pic und der Pfar-
rer Wechel für das reine, katholische Glaubensbekenntniß aus, tief
beschämend ihre Gegner, unter denen ein abtrünniger Priester sich
befand. Weder achtend eine Gegenverfügung des Prinzen von Ora-
nien, noch die Vorstellungen des Commandanten und des Magistrats
von Gorcum, gab der grausame Graf von der March, Lamnius, im
Zustande der Erhitzung durch übermäßigen Genuß des Weines, den
Befehl, daß alle gefangen gesetzten Priester und Mönche aufgehängt
werden sollen, und übertrug die unverzügliche Ausführung des bluti-
gen Befehls dem oben erwähnten Omalius. Um Ein Uhr nach
Mitternacht wurden sie von den hiezu befehligten Soldaten und
Schergen zur Stadt hinausgeführt, in eine neben dem Kloster zu
St. Elisabeth stehende Scheune, und da an zwei Balken, der
Quardian zuerst, dann einer nach dem andern aufgehängt. Bis
zum Tode ermuthigtcn sie sich gegenseitig zum letzten Kampfe,
die Meisten frohlockend, daß das Heil des Marterthums ihnen zu
Theil werde.
Dieß geschah am 9. Juli 1572. Neunzehn war die Zahl die-
ser christlichen Kämpfer, welche als heilige Märtyrer in der katholi-
schen Kirche verehrt werden.
„Liebe die Wahrheit und nicht das Geschwätz der Menschen.
In der Stunde des Todes wird die Betrüglichkeit der Gunst der
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen