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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
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706 Der heilige Franziskus Borgias :c. cia mit seiner Familie zu verlassen. Er übergab seinen Sohn ziskus, der erst zwölf Jahre alt war, seinem Schwager, dem Erz- bischofe von Saragossa, der die Erziehung desselben mit grosier Sorgfalt leitete, lind ihm vortreffliche Lehrer gab. Zwei Predigten, die eine von dem letzten Gerichte, die andere von dem Leiden Jesu, welche Franziskus hier hörte, machten eineu so tiefen Eindruck auf ihn, daß er sein ganzes Leben hindurch eine »»gemeine Furcht vor Gottes strafender Gerechtigkeit hatte, und eine innige Sehnsucht in sich verspürte, für Denjenigen, der ihn um den Preis seines Blutes erkauft hatte, sein Leben hinzugeben. Bei einem Besuche seiner Großmutter wurde er zu Baeza krank, und litt sechs Monate lang große Schmerzen, die er mit standhafter Ergebung duldete. Darauf hielt er sich einige Zeit zu Tordesillas, am Hofe der Infantin Ka- tharina, Schwester Kar! V. auf, und kam dann nach Saragossa wieder zurück, seine Studien fortzusetzen. Etwa achtzehn Jahre alt, wurde er von heftigen Versuchungen wider die Reinigkeit geprüft. Er besiegte sie durch öftere Beichten, durch glühende Gebethe, durch frommes Lesen, durch Hebungen der Demuth und der Abtödtung, und vurch unerschütterliches Vertrauen auf Gott, der allein den köst- lichen Schatz der Keuschheit verleihen kann. Siegend hervorgegan- gen auä dem heißen Kampfe, fü!)lte er in sich einen unwiderstehli- chen Hang zum abgeschiedenen klösterlichen Leben. Ihn auf andere Gedanken zu bringen, wurde er im Jahre 1,">28 an den Hof Karl V. geschickt. Da zog e. die allgemeine Bewunderung auf sich, durch seine Geschicklichkciten und getreue Erfüllung seiner Pflichten; durch sein edelmüthiges und dankbares Herz; durch seine Leutselig- keit und Dienstfertigkeit gegen Jedermann; durch seine strenge Tu- gend und den großen Eifer in den Neligionsübungen, zu denen er auch seine Dienerschaft anhielt. Höfische Schmeichelei, höhnischer Neid, lieblose Tadelsucht und Ehrabschneidung waren ein Greuel in seinen 'Augen. Vom Spiele pflegte er zu sagen: „Man verliert dabei sein Geld, seine Zeit, seine Frömmigkeit und sein Gewissen." Die große Wachsamkeit über seine Sinne und die Behutsamkeit im Umgänge mit Personen des anderen Geschlechtes, zeugten von der Sorge für die Reinigkeit des Herzens. Seinen angenehmsten Zeit- vertreib fand er in der Musik, und gerne begleitete er auch den Kaiser auf die Jagden, weil er hier so vielen Anlaß hatte, Gott in seiner Schöpfung zu schauen und zu preisen. Der Kaiser nannte ihn nicht selten: das Wunder der Fürsten. Nach dem Willen des Kaisers, der Kaiserin und seines Vaters verehelichte sich Franziskus mit Eleonora von Castro, einer eben so gottesfürchtigen, als frommen Person. Der Kaiser erhob ihn bei diesem Anlasse zum Marquis von Lombay, und zum Großstallmeister
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Titel
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Untertitel
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Band
2
Autor
Anton Mätzler
Verlag
Landshut Verlag
Ort
Wien
Datum
1840
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.8 x 16.9 cm
Seiten
982
Schlagwörter
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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