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710 Der heilige Franziskus Borgias :c.
zu können. Als er darauf sich übeizeugle, daß alle seine Widersey:
lichkeit ohne Erfolg seyn würde, tröstete er sich damit, daß Jesus
Christus sclbst die Leitung der Gesellschaft übernehme, we,l er die
schwächsten und unfähigsten Werkzeuge hiezn bestimmen wolle. Am
letzten Versammlungstage hielt er a» die anwesenden Värer eine
rührende Rede, >» dcr er sie zur gcwiffenhaften Befolgung der
Satzungen des heilige» Stifters ermähnte, und küstte vor ihrer (5nt:
laffung ihnen die Füße, weil sie als Apostel die frohe Botschaft des
Friedens überall verkünden sollten. Mit unermüdückem Eifer för:
derte er das heilsame Gedeihen des Ordens. Er gründete zu Rom
ein Noviziat, vervielfältigte die Missionen in den andern Welttheilcn,
brachte das Collegium in Rom zu oein höchsten Flor, erweiterte und
vervollkommnete daselbst das deutscke d'ollegium. Aus diesen An:
stalten gingen in dcr Folge die wichtigsten Männer dervor. Fort:
während, und mit großem Eifer suchte er die ^ater von dem Geiste
des Ordens ganz zu durchdringe», um mit zuverläßigem Erfolge a»
der Sittcnverbefferung der Christen arbeiten zu können, vorzugsweise
durch das Predigtamt, zu dessen Behufe er selbst eine Anleitung
verfaßte. Im Jahre 15>li(i richtete die Pest in Rom große Verhec:
rung an. Da eilte Franziskus mit glühender Nächstenliebe den
Kranken zu Hilfe; unterstützt von den Balern dcr Gesellschaft, die,
von ihm in die verschiedenen Stadtvierlel abordnet, mit Gefahr
ihres Lebens seinen Eifer unterstühten. ^on den Bcliöldel, der
Stadt, und von dem Papste erhielt er liiezu unermeßliche Unter:
stützung. — Papst Pius V. zog ihn in den wichtigsten Angelegen:
hcitcn zu Rathe, und lies« durch die Vater senn' Ordens das Pre:
digtamt -.ind die christliche Unterweisung der Hosieute, zumal dcr
Leibwache, besorgen.
war schon seit einigcr Zcit kränklich, als er dcn
Cardinal Alexandrin, nach dem Wunsche des Papstes, nach Franke
reich, Spanien und Portugal begleitete, um die Fürsten dieser Läü:
der zur Hilfe gegen die Türken zu bewegen. Bei seiner Rückreise
nach Rom befand er sich zu Ferrara so übel, daß er sich, um wei:
ter zu kommen, eines Tragsefsels bedienen mußte. So lange seine
Krankheit dauerte, nahm er keine andere Besuche an, als die der
Aerzte. Die Mitbrüdcr baten ihn, scinen Nachfolger zu ernennen,
und sich abmalen zu lasse». Aber weder zu dem (5<nen, noch zu
dem Andern war er zu bewegen. (5r vollendete sein Leben in dcr
Nacht vom 30. September auf den 1. Oktober 1672. Seine Leiche
wurde im Profeßhause zu Rom beerdiget; und im Jahre 1(>l7 in
die Kirche des Profeßhauses der Jesuiten zu Madrid gebracht, von
dem Cardinal, Herzog von Lcrma, seinem Enkel.
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen