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712 Die vierzig brasilianischen Missionäre, Märtyrer.
Wohnplatze sich zu versammeln, ihre Blöße zu bedecken, und den
christlichen Unterricht anzuhören. Gott segnete das Bemühen seiner
getreuen Diener, denen es gelang, nach kurzer Zeit eine ziemliche
Anzahl der Wilden zu taufen, und so den erste.. Grund zu den
nachmals blühenden Kirchen in Brasilien zu legen. Unbeschreiblich
waren aber die Anstrengungen und die Gefahren, denen die aposto-
lischen Männer sich unterziehen mußten. Auch hier ward der Same
des Evangeliums mit dem Blute seiner ersten Vcrkündiger befeuch-
tet. Zwei von den fünf ersten Glaubensboten in Brasilien, näm-
lich: der Pater (5orrea und der Pater Soza litten den Martertoo.
Vier Jahre darauf fiel Peter Fernandez, erster Bischof der neu ge-
stifteten Kirchen, in einen Hinterhalt, aus welchem der noch heid-
nische Theil dieser Völker hervorstürzte, „nd ihn, nebst seiner Be-
deckung , die hundert Köpfe stark war, niedermachten. Diese aber-
malige Vcrgießung des Lhristeiiblütcs war ein neuer Keim der
Fruchtbarkeit; denn bald nachher zählte man schon mehr als sech-
zehn tausend bekehrte Brasilianer, und eben so viele Catechumencn,
welche in sechzehn Völkerschaften vertheilt waren, deren jede zu geist-
lichen Führern zwei oder drei Jesuiten hatte, die unter den größten
Entbehrungen in elenden Hütten wohnten. —
Es wurden nun auch Collegien und Psianzschulen errichtet.
Allein, was waren das für Wohnungen.'' Nur der erglühte Eifer
für das Seelenheil, und die stammende Liebe zum Kreuz, und zur
gänzlichen Selbstoerläugnung konnten diese Collcgicn selbst jenen Eu-
ropäern , die etwa in unseni armseligsten Strohhüttcn geboren wur-
den, als bewohnbar vorstellen. Hören wir, was von denselben Pa-
ter Joseph Archicta, der berühmteste Missionär, oder besser zu sa-
gen , der Apostel und Wundermann von Brasilien, nach Europa
schreibt: „Wir bewohnen, manchmal an der Zahl mehr, als sechs
und zwanzig Köpfe, dieses Haus, welches aus langen Ruthen oder
Stangen zusammengesetzt ist, deren Gegitter mit angefeuchtetem
Thone ausgefüllt, unsere Hauptmauer und alle Seitenwände aus-
macht; Strohbündel oder dürres Graswerk dienen uns statt des Da-
ches. Das schönste Gebäude darunter, etwa vierzehn Schuh lang
und zehn breit, ist unsere Schule, unser Speisesaal, unser Schlaf-
zimmer; gleichwohl sind unsere Brüder damit sehr zufrieden. Sie
würden die Hütte mit dem prächtigsten, gemächlichsten Palaste nicht
vertauschen. Sie erinnern sich stets, daß der Sohn Gottes in ein?r
wohl noch unbequemern Krippe, als unsere Wohnstätte ist, geboren
ward, und daß er für uns an einem noch viel weniger erträglichen
Kreuze gestorben ist. Dieses macht alles Ungemach der Wohnung
verschwinden, in welcher uns die Förderung seiner Ehre versam-
melt." Der Pater Ignaz Azevedo, aus einem der vornehmsten Hau-
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen